Leichenfund im Niddapark Frankfurter Wirt wegen Tötung von 29-Jähriger in U-Haft

Irina A. hätte sich wegen offenbar erfundenen Vorwürfen zur Frankfurter Silvesternacht vor Gericht verantworten müssen. Der Gastronom, mit dem sie die Behauptungen gemeinsam aufstellte, soll sie nun getötet haben.

Ermittler am Fundort der Leiche
DPA

Ermittler am Fundort der Leiche


Ein Frankfurter Gastronom hatte offenbar falsche Behauptungen über angebliche sexuelle Übergriffe von Migranten in der Frankfurter Silvesternacht 2016/17 aufgestellt. Dass Jan M. erst einen Monat später von den angeblichen Übergriffen erzählte, begründete er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" damals mit den Worten: "Das ist ja keine besonders gute Werbung".

Nun steht der 50-Jährige laut Polizei unter Verdacht, die junge Frau umgebracht zu haben, mit der er die Vorwürfe erhoben hatte. Die blutverschmierte Leiche der 29-jährigen Irina A. wurde vor wenigen Tagen im Frankfurter Niddatal gefunden.

In wenigen Wochen hätte sich A. wegen der Anschuldigungen vor Gericht verantworten müssen. Gemeinsam hatten sie und M. der "Bild"-Zeitung von angeblichen Belästigungen durch arabischstämmige junge Männern berichtet. Die Zeitung zitierte die Frau mit den Worten: "Sie fassten mir unter den Rock, zwischen die Beine, an meine Brüste, überall hin."

Die Schilderungen des Wirtes aus dem Ausgehviertel Freßgass sowie der Frau stellten sich später als unrichtig heraus. Sie wurden wegen Falschaussage angeklagt.

Blut des Wirtes am Tatort

Zu einem möglichen Motiv des Gastronomen für die ihm vorgeworfene Tötung der Frau machten die Ermittler keine Angaben. Es gebe mehrere Hypothesen, der Mann schweige bislang zu den Vorwürfen, sagte eine Polizeisprecherin. Sein Blut sei am Tatort gefunden worden. Über Jan M.s Festnahme am Freitagabend hatte zuvor die "Bild"-Zeitung berichtet.

Ein Richter erließ am Samstag Haftbefehl wegen Mordes gegen ihn, laut Polizei sitzt er in Untersuchungshaft. Der Richter habe als Mordmerkmal Habgier angegeben, Irina A. Schmuck gefehlt habe, sagte die Polizeisprecherin. Es würden aber noch weitere Motive geprüft.

Nachdem die falschen Angaben zu dem angeblichen Sexmob herausgekommen waren, hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen beide aufgenommen. Eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde hatte zuletzt mitgeteilt, dass das Verfahren gegen den Wirt auch nach dem Tod der Frau wie geplant beginnen werde. Der Prozess vor dem Amtsgericht Frankfurt war nach bisheriger Planung für den 8. Juni vorgesehen.

Irina A.s Leiche war am Mittwoch von einem Hundebesitzer am Mittwochmorgen beim Gassigehen gefunden worden. Ihr Körper wies mehrere Stichverletzungen auf.

apr/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.