Frankreich Fahrer eines Geldtransporters nach Millionendiebstahl gefasst

Ein getürmter französischer Geldbote konnte sich nur kurz über eine Millionenbeute freuen. Der 27-Jährige wurde von der Polizei festgenommen. Die Ermittler fanden zudem "mehrere Taschen voller Geldscheine".


Rund 36 Stunden nach einem Millionendiebstahl in Frankreich ist der flüchtige Fahrer eines Geldtransporters gefasst worden. Der 27-Jährige sei am Dienstag im nordfranzösischen Amiens festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ein Großteil der Beute von bis zu drei Millionen Euro wurde den Angaben zufolge bei ihm gefunden.

Der Fahrer hatte am Montagmorgen zwei Kollegen in Aubervilliers nördlich von Paris bei einer Agentur für Geldtransfers abgesetzt. Dann fuhr er davon. Der leere Geldtransporter wurde wenig später einige Straßen entfernt gefunden - mit geöffneten Türen. Von dem Fahrer, Dutzenden Geldsäcken und einer Pumpgun fehlte zunächst jede Spur.

Die Ermittlungen übernahm eine Einheit für die Bekämpfung von Bandenkriminalität. Am Dienstagnachmittag wurde der Tatverdächtige in einer Wohnung in Amiens gefasst. Polizeiangaben zufolge versuchte er vergeblich, durch einen Sprung aus dem Fenster zu entkommen. Festgenommen wurde auch eine Frau, die als seine Komplizin gilt.

Viel Geld sichergestellt

Die Polizei fand "mehrere Taschen voller Geldscheine", wie ein Ermittler sagte. Das Geld werde noch gezählt, es handle sich aber "mindestens um einen Großteil, vielleicht um die gesamte Beute". Zunächst war die Polizei von etwa einer Million Euro Beute ausgegangen.

Wie nun bekannt wurde, war der Fahrer der Polizei bekannt - allerdings nicht wegen Raubes, sondern wegen Sachbeschädigung im Jahr 2015. Damals wohnte er in Amiens und gehörte einem Boxklub an.

Der Fall weckt Erinnerungen an einen spektakulären Diebstahl vor zehn Jahren: Im November 2009 hatte ein Fahrer der gleichen Firma 11,5 Millionen Euro entwendet. Der Geldbote wurde nach rund einwöchiger Flucht gefasst und wegen Diebstahls verurteilt. Im Jahr 2013 kam er wieder aus dem Gefängnis frei. Bis heute fehlt ein Teil der Beute.

wit/AFP



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