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14. Mai 2012, 12:28 Uhr

Eskaliertes Aufnahmeritual

Feuerwehrleute sollen Kollegen vergewaltigt haben

In Frankreich wird gegen zwölf Feuerwehrmänner wegen der Vergewaltigung und Misshandlung zweier Kollegen ermittelt. Einem Anwalt der mutmaßlichen Opfer zufolge haben die Männer die Taten nun gestanden.

Hamburg - "Alle beschuldigten Feuerwehrleute haben die von den Opfern geschilderte Gewalt eingeräumt", sagte der Anwalt Nicolas Cellupica. Es geht um einen Fall, der sich vor einer Woche ereignet haben soll, ermittelt wird gegen zwölf französische Feuerwehrmänner.

Ein Teil der Beschuldigten soll vor gut einer Woche auf der Heimfahrt von einem Sportwettbewerb im Bus einen jungen Kollegen vergewaltigt haben. Das mutmaßliche Opfer soll mit einer Flasche sexuell missbraucht worden sein. Gegen andere Verdächtige wird ermittelt, weil sie einen zweiten Mann während der Fahrt geschlagen haben sollen.

Ersten Erkenntnissen zufolge wurden die Opfer einer Art Initiationsritual unterzogen, das ausartete. Diese in Frankreich "Bizutage" genannten und zumeist demütigenden Rituale sind zwar seit einigen Jahren verboten, werden aber etwa bei der Armee, der Feuerwehr oder auch an einigen der Eliteschulen immer noch mehr oder weniger geduldet.

Die mutmaßlichen Täter gehören zur Pariser Feuerwehr, die etwa 8500 Mitglieder hat. Ihr Leiter Gilles Glin wollte sich am Montag nur intern zu dem Vorfall äußern.

hut/AFP

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