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Frankreich: Rechter Publizist erschießt sich in Kathedrale Notre-Dame

Ein 78-Jähriger hat in der Pariser Kathedrale Notre-Dame Suizid begangen. Laut Polizei handelt es sich bei dem Toten um einen rechtsnationalen Essayisten. Die Kirche wurde evakuiert.

Kathedrale Notre-Dame in Paris: Kirche auf der Île de la Cité nach Suizid evakuiert Zur Großansicht
AFP

Kathedrale Notre-Dame in Paris: Kirche auf der Île de la Cité nach Suizid evakuiert

Paris - Vor den Augen zahlreicher Besucher hat sich in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ein rechtsnationaler Publizist aus Frankreich das Leben genommen. Der 78-jährige Dominique Venner erschoss sich nach Polizeiangaben am Nachmittag vor dem Altar mit einer Pistole in den Kopf. Nach Angaben eines Notre-Dame-Sprechers legte er zuvor noch einen Brief auf dem Altar ab.

Die Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, zollte dem Mann über den Kurznachrichtendienst Twitter "Respekt". In einem Blog hatte er kurz vor seinem Tod das neue Gesetz über die Homo-Ehe als "infam" verurteilt und die "Verluste der Werte der Familie" beklagt. Er befürchte, dass Frankreich in die Hände von Islamisten fallen würde. Im Kampf dagegen seien "neue, spektakuläre und symbolische Gesten" notwendig. "Wir kommen in eine Zeit, in der die Worte durch Taten beglaubigt werden müssen."

Venner genoss in Frankreich in rechtsextremen Kreisen großes Ansehen. Er war früher in der Geheimorganisation OAS aktiv, die Algerien als französische Kolonie beibehalten wollte. Er ist Autor von Schriften über Geschichte und Waffenkunde. Venners Suizid sei "höchst politisch", so Le Pen. Er habe "versucht, das französische Volk aufzuwecken".

Die Kathedrale wurde nach dem Suizid evakuiert und abgesperrt. Die zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Kathedrale im Stil der Früh- und Hochgotik liegt im Zentrum der französischen Hauptstadt auf der Île de la Cité. Die jährliche Besucherzahl wurde zuletzt mit 14 Millionen angegeben. Ein US-Tourist sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Kathedrale sei zum Zeitpunkt des Suizids voll gewesen. Panik sei nicht ausgebrochen, als das Kirchengebäude geräumt worden sei.

wit/AFP/dpa

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