Frankreich Schwerverbrecher flieht mit Hubschrauber aus Gefängnis

Die Flucht dauerte nur wenige Minuten: In der Nähe von Paris ist ein Schwerverbrecher aus einem Gefängnis entkommen. Es ist bereits sein zweiter spektakulärer Ausbruch.

Gerichtszeichnung von Rédoine Faïd (Archiv)
AFP

Gerichtszeichnung von Rédoine Faïd (Archiv)


Rédoine Faïd, einst der meistgesuchte Verbrecher Frankreichs, ist die Flucht aus einer Haftanstalt gelungen. Mehrere schwer bewaffnete Männer sollen dem 46-Jährigen am Sonntagmorgen dabei geholfen haben, das Gefängnis in Réau im Departement Seine-et-Marne nahe Paris mit einem Hubschrauber zu verlassen.

Die Flucht hat sich nach Angaben der Strafvollzugsbehörde innerhalb weniger Minuten abgespielt. Dabei habe es weder Verletzte noch Geiseln gegeben.

Gefängnis, aus dem Faïd die Flucht gelungen ist
AFP

Gefängnis, aus dem Faïd die Flucht gelungen ist

Faïd war wegen des Mordes an einer Polizistin zu 25 Jahren Haft verurteilt, wie "Le Monde" berichtet. Nach eigenen Angaben soll er zudem mehrere Raubüberfälle begangen haben.

Er war bereits vor fünf Jahren spektakulär aus einem Gefängnis in Nordfrankreich geflohen. Damals hatte er vier Wächter als Geiseln genommen und sich den Weg durch fünf Gefängnistüren freigesprengt. Danach schlüpfte er in eine Uniform, stieg in ein Fluchtauto und verschwand.

In Frankreich und Belgien wurde damals sofort eine Großfahndung gestartet. Auch Interpol wurde eingeschaltet, um den als besonders gefährlich eingestuften Mann zu finden. Sechs Wochen später wurde Faïd mit einem Komplizen in einem Hotel in der Nähe von Paris gefasst.

Der Wiederholungstäter mit dem sanften Blick ist in Frankreich überaus bekannt. Vor acht Jahren veröffentlichte der Einwanderersohn, der in einem Vorort von Paris aufwuchs, ein Buch über seine "Karriere" als Spezialist für das Ausrauben von Geldtransportern. Er tingelte durch die Talkshows, berichtete, er habe sich von Kinofilmen inspirieren lassen, und gab sich geläutert. 2011 wurde er jedoch abermals wegen des Verstoßes gegen Bewährungsauflagen verhaftet.

kha/AFP

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