Südfrankreich Tote bei Geiselnahme in Supermarkt

In einem Supermarkt in Südfrankreich hat ein Täter Geiseln genommen und sich auf den "Islamischen Staat" berufen. Mindestens drei Menschen sind ums Leben gekommen. Die Regierung geht offenbar von einem Terrorakt aus.


In Südfrankreich sind mindestens zwei Menschen bei einer Geiselnahme gestorben. Es soll mehrere Verletzte geben. Der Vorfall ereignete sich in einem Supermarkt im südfranzösischen Trèbes. Zuvor soll der Täter bereits in Carcassonne einen weiteren Menschen erschossen haben. Nach ersten Informationen sei gegen elf Uhr eine Person in das Geschäft eingedrungen, hieß es von der Gendarmerie.

Der Täter berief sich mehreren Medien zufolge auf die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Der französische Regierungschef Edouard Philippe sagte, dass alles auf einen Terrorakt hindeute. "Das ist eine ernste Situation", sagte er. Laut Präsident Emmanuel Macron, der Frankreich gerade beim EU-Gipfel in Brüssel vertritt, ist Philippe auf dem Weg zum Einsatzort. Er selbst werde bald nach Paris zurückkehren, um die Lage von dort zu verfolgen, sagte Macron.

Der Präsident zeigte sich in Brüssel "sehr bestürzt". Er könne allerdings noch keine Bilanz ziehen, man stehe noch "am Anfang des Ermittlungsverfahrens". "Wir haben alles mobilisiert", sagte Macron weiter. Die Staatsanwaltschaft in Paris teilte mit, Antiterrorismus-Ermittler seien im Einsatz. Die Polizei rechnet mit weiteren Opfern.

Aus Ermittlerkreisen hieß es, den meisten Kunden und Angestellten des Geschäfts "Super U" sei die Flucht gelungen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Ein Mitglied der Gendarmerie stehe im Kontakt mit dem Geiselnehmer. Wie viele Geiseln sich noch im Supermarkt befinden, ist derzeit unklar.

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Geiselnahme in Südfrankreich: Schüsse im Supermarkt

Nach Angaben aus Justizkreisen wurde laut AFP kurz vor der Geiselnahme im südfranzösischen Carcassonne zudem ein Polizist durch Schüsse verletzt. Beide Orte sind nur zehn Kilometer voneinander entfernt. Demnach schwebe der Polizist aber nicht in Lebensgefahr. Womöglich handelt es sich um denselben Täter: Das Auto des Mannes, der auf den Polizisten schoss, wurde nach Polizeiangaben später vor dem Supermarkt gefunden.

Frankreich war in den vergangenen Jahren immer wieder zum Ziel islamistischer Anschläge geworden. Bei der letzten Attacke in Marseille waren am 1. Oktober zwei Menschen getötet worden. Allein 130 Menschen wurden bei der Anschlagsserie im November 2015 in Paris getötet.

aev/mxw/jpz/apr/mho/AFP/Reuters/dpa/AP



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