Nach Gefängnisausbruch Schwerverbrecher Faïd entkommt der Polizei erneut

Seine Flucht per Hubschrauber aus einem Gefängnis bei Paris sorgte für Aufsehen. Jetzt war die Polizei dem Schwerverbrecher Faïd auf der Spur - aber am Ende fanden die Ermittler nur ein mit Sprengstoff beladenes Auto.

Rédoine Faïd (Fahndungsfoto von Interpol)
AP/ Interpol

Rédoine Faïd (Fahndungsfoto von Interpol)


Der aus einem französischen Gefängnis ausgebrochene Rédoine Faïd soll auf Überwachungsaufnahmen identifiziert worden sein. Das berichten der Nachrichtensender Franceinfo und andere Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Er sei zusammen mit einer anderen Person in einem Auto unterwegs gewesen, das später beladen mit Sprengstoff in der Tiefgarage eines Einkaufszentrums in Sarcelles im Norden von Paris gefunden wurde, teilte die Polizei mit.

In dem Fahrzeug befanden sich den Angaben zufolge außer Sprengstoff auch gefälschte Nummernschilder. Faïd und sein Begleiter hätten sich am Dienstagnachmittag einer Kontrolle der Gendarmerie in der Nähe einer Tankstelle entzogen.

Auf organisierte Kriminalität spezialisierte Ermittler übernahmen nach dem Fund des verdächtigen Autos die Untersuchung, bestätigten Kreise der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur dpa. Dabei gehe es unter anderem um die Explosivstoffe. Zu Faïd und dessen Verbleib äußerten sie sich nicht.

Faïd war im April wegen eines tödlichen Raubüberfalls zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Sein Ausbruch aus der Haftanstalt in Réau südöstlich von Paris war filmreif. Drei schwer bewaffnete Komplizen flogen mit einem entführten Hubschrauber-Piloten in den Gefängnishof. Berichten zufolge versprühten sie Tränengas und bedrohten die Beamten mit Sturmgewehren. Anschließend brachen sie die Tür zum Besuchsraum auf, wo sich Faïd aufhielt, der gerade von seinem Bruder besucht wurde.

Bereits 2013 war Faïd die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis gelungen. Der Wiederholungstäter ist in Frankreich eine Berühmtheit. Vor acht Jahren veröffentlichte der Einwanderersohn, der in einem nördlichen Vorort von Paris aufwuchs, ein Buch über seine "Karriere" als Spezialist für das Ausrauben von Geldtransportern. Er tingelte durch Talkshows, berichtete, er habe sich von Kinofilmen wie "Scarface" und "Heat" inspirieren lassen, und gab sich geläutert.

bbr/AFP/dpa

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