Französische Staatsanwaltschaft Aufhebung der Immunität von Papst-Gesandtem gefordert

Nach vier Anzeigen gegen den Papst-Gesandten in Paris steht dessen diplomatische Immunität infrage. Mehrere Kläger werfen Luigi Ventura vor, sie unsittlich angefasst zu haben.

Luigi Ventura (r.) mit Frankreichs Präsident Emannuel Macron (Archivbild)
AFP

Luigi Ventura (r.) mit Frankreichs Präsident Emannuel Macron (Archivbild)


Die französische Staatsanwaltschaft hat die Aufhebung der diplomatischen Immunität des päpstlichen Gesandten in Paris gefordert. Der Antrag sei bereits Ende vergangener Woche gestellt worden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Hintergrund sind Ermittlungen wegen sexueller Belästigung gegen Luigi Ventura.

Gegen Ventura wurden vier Anzeigen erstattet, drei der Kläger wurden bereits von Ermittlern angehört, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Mindestens drei der Kläger werfen dem 74-Jährigen vor, sie unsittlich am Hintern angefasst zu haben. Gegen den päpstlichen Gesandten ermittelt deshalb bereits seit Ende Januar die Pariser Staatsanwaltschaft.

Die französische Regierung hatte den Vatikan in der Sache bereits zum Handeln aufgerufen. Europaministerin Nathalie Loiseau sprach von "schwer wiegenden" Vorwürfen gegen den Nuntius. Ventura ist seit 2009 Gesandter in Frankreich und genießt deshalb diplomatische Immunität.

Aus Kanada war ein ähnlicher Vorwurf bekannt geworden, wo Ventura früher diente. Papst Franziskus hatte Ende Februar zum Abschluss einer Missbrauchskonferenz im Vatikan angekündigt, künftig transparent mit solchen Vorwürfen umzugehen (lesen Sie hier einen Kommentar dazu). Die Kirche wolle Missbrauchsfälle nicht mehr vertuschen oder verharmlosen, versprach er.

kko/AFP/dpa



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