Ausgeprägter Sadismus Franzose wegen Katzenquälerei zu einem Jahr Haft verurteilt

In Marseille hat ein 24-Jähriger ein Kätzchen aus einer Laune heraus an eine Hauswand geschleudert und verletzt. Ein Video davon kursierte im Netz - der Tierquäler wurde festgenommen und nun zu einer hohen Haft- und Geldstrafe verurteilt.

AFP

Marseille - "Ich weiß nicht, was mich da geritten hat, ich habe Scheiße gebaut, es tut mir leid", sagte Farid G., ein 24-jähriger Franzose, der sich vor einem Gericht in Marseille wegen Tierquälerei verantworten musste.

Am Freitag hatte man G. festgenommen. Der Vorwurf: Er soll eine Katze übel misshandelt und am 22. Januar zwei Videos davon ins Internet gestellt haben - unter dem Pseudonym "Farid de la Morlette". Die Aufnahmen zeigen unter anderem, wie er das Tier gegen ein Gebäude schleudert.

Die Videos hatten für Aufruhr im Internet gesorgt. Sehr schnell wurden Facebook-Seiten ins Leben gerufen, die nachdrücklich forderten, den Missetäter vor Gericht zu stellen. Verschiedene Tierschutzorganisationen hatten Anzeige erstattet, darunter auch die Brigitte-Bardot-Stiftung, die von der Schauspielerin gegründet wurde. Zwei Petitionen, die an Innenminister Manuel Valls und Justizministerin Christiane Taubira gingen, brachten es laut "Figaro" auf mehr als 90.000 und 180.000 Unterschriften. Während der Verhandlung warteten etwa 200 Tierschützer mit Dutzenden Hunden vor dem Gerichtsgebäude.

Im Saal wurde unter anderem das Video vorgeführt, auf dem zu sehen ist, wie der Angeklagte unter hämischem Lachen ein fünf Monate altes weiß-rotes Kätzchen an eine Hauswand wirft. Das Tier prallt ab und fällt auf den harten Betonboden. Zwar konnte "Oscar" gerettet werden. Er erlitt aber einen Beinbruch, der in Kürze gerichtet werden soll.

Der Täter habe eine besondere Abartigkeit und ausgeprägten Sadismus bewiesen, sagte Staatsanwalt Emmanuel Merlin. G. habe sich über alle moralischen Grenzen hinweggesetzt. Das Gericht verurteilte den 24-Jährigen zu einem Jahr Haft und einem weiteren auf Bewährung. Er muss außerdem eine Geldstrafe von 30.000 Euro zahlen. Das Halten von Haustieren ist ihm auf Lebenszeit untersagt.

"Ich mach das nicht noch mal, versprochen", sagte der Angeklagte nach dem Urteilsspruch.

ala/dpa/AFP



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