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Frau in Bunker eingesperrt: Schwedischer Arzt muss zehn Jahre ins Gefängnis

Schweden: Ein Bunker in der Scheune Fotos
DPA/SWEDISH POLICE

Über Jahre baute ein schwedischer Arzt einen Bunker vor seinem Haus. Dann entführte er eine Frau und hielt sie dort fest. Der Mann erhoffte sich wohl eine romantische Beziehung - und muss nun lange Zeit in Haft.

Ein Gericht in Stockholm hat einen Arzt zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil er eine Frau tagelang in einem Verlies eingesperrt hat. "Grund für die lange Strafe ist, dass der Arzt die Tat minutiös und über lange Zeit geplant hat", teilte das Gericht mit.

An das Opfer muss der Mann 180.000 Kronen Schadensersatz zahlen, das sind umgerechnet 19.000 Euro. Vom Vorwurf der Vergewaltigung sprachen die Richter den Mann indes frei.

Zum Prozessauftakt im Januar hatte der 38-Jährige gestanden, die Frau betäubt und entführt zu haben. Den Vorwurf der Vergewaltigung bestritt er. Nach Aussagen seiner Anwältin wünschte sich der Mann lediglich, Sex mit dem Opfer zu haben.

Erdbeeren, Champagner, Saft

Den Bunker hatte der Mann bei seinem Haus in Südschweden gebaut. Laut Anklage brauchte er Jahre, um den unterirdischen Raum fertigzustellen. Der licht- und schallisolierte Bunker war von einer Scheune umgeben und so von außen nicht zu erkennen.

Im Prozess hatte der Arzt sein Handeln damit begründet, dass er eine Freundin haben wollte. Er hoffte demnach, die Frau würde freiwillig bei ihm bleiben. "Sie war seine Traumfrau", sagte seine Anwältin. Der 38-Jährige gab außerdem an, eine psychische Störung zu haben. Nach Einschätzung der Richter ist diese aber nicht so groß, dass sie sich strafmildernd auswirken würde.

Der Arzt hatte sein Opfer am Telefon kontaktiert. Er traf die Frau zu einem Date in ihrer Wohnung in Stockholm. Dort verabreichte er ihr am 12. September mit Betäubungsmittel versetzte Erdbeeren, Champagner und Saft. Bis zum 18. September sperrte er die Frau ein, bevor er sie zur Polizei brachte. "Als ihm klar wurde, dass sie von ihren Angehörigen vermisst wird, hat er sie freigelassen", sagte seine Anwältin.

sms/dpa

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