Herkunft von Angeklagtem in Freiburger Mordprozess Mithäftling widerspricht Hussein K.

Woher stammt Hussein K.? Laut einem Mithäftling kommt der Angeklagte im Freiburger Mordprozess aus Iran und nicht aus Afghanistan.

Hussein K. im Landgericht Freiburg
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Hussein K. im Landgericht Freiburg


Im Mordprozess um Hussein K. haben sich Unklarheiten über seine Herkunft aufgetan. Der Mann, der in Freiburg wegen Mordes und besonders schwerer Vergewaltigung angeklagt ist, soll aus Iran und nicht wie von ihm angegeben aus Afghanistan stammen. Das hat ein Mithäftling vor dem Landgericht ausgesagt.

Zudem soll er sein Alter mit 26 angegeben und behauptet haben, in Iran eine Zwölfjährige vergewaltigt zu haben. Das hatte ein Polizist bereits im September berichtet.

Die beiden Männer saßen im Dezember gemeinsam in einer Zelle. Hussein K. hatte in dem Prozess bereits zugegeben, vor 13 Monaten in Freiburg eine Studentin vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Die 19-Jährige ertrank im Wasser des Flusses Dreisam.

K. kam im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland und galt als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling. Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau 2013 war er in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Oktober 2015 aber vorzeitig entlassen worden. Die Tat in Iran hatte juristisch keine Konsequenzen.

Im Freiburger Prozess geht es auch um die Frage, wie alt der vor der Jugendkammer stehende Mann ist. Dies hat Auswirkungen auf die Höhe der Strafe. Er hatte angegeben, aus Afghanistan zu kommen und 17 Jahre alt zu sein. Zum Prozessauftakt gab er zu, bei seinem Alter gelogen zu haben. Laut Gutachten soll er älter als 21 Jahre sein.

Der Prozess wird am 28. November fortgesetzt. Dann sollen zwei Rechtsmediziner aussagen, unter anderem zur Obduktion der Leiche und zur medizinischen Untersuchung des Angeklagten nach seiner Festnahme. Ein Urteil soll im nächsten Frühjahr gesprochen werden.

bbr/dpa



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