Missbrauchsfall in Staufen Staatsanwaltschaft wirft Schweizer Maurer schwere Vergewaltigung vor

Mehr als zwei Jahre lang soll ein Junge aus Staufen von Männern aus dem In- und Ausland missbraucht worden sein. Nun muss sich auch ein Maurer aus der Schweiz verantworten.

Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Jürgen W. aus der Schweiz im Landgericht
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Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Jürgen W. aus der Schweiz im Landgericht


Knapp fünf Monate nach Bekanntwerden des schweren Missbrauchs eines Kindes in Staufen bei Freiburg hat der Prozess gegen einen weiteren von insgesamt acht mutmaßlichen Tätern begonnen. Angeklagt ist ein 37 Jahre alter Mann aus der Schweiz: Jürgen W.

Dem gelernten Maurer aus dem Schweizer Kanton St. Gallen werde unter anderem schwere Vergewaltigung zur Last gelegt, sagte Staatsanwältin Nikola Novak zum Prozessauftakt vor dem Freiburger Landgericht. Der Mann soll den Jungen aus Staufen dreimal sexuell missbraucht haben.

Die Mutter, Berrin T., und ihr Lebensgefährte, Christian L., sollen das Kind für den Missbrauch zur Verfügung gestellt und im Internet angeboten haben. Der heute neun Jahre alte Junge aus Staufen wurde den Angaben zufolge mehr als zwei Jahre lang von Männern aus dem In- und Ausland vergewaltigt. Die Taten wurden der Anklage zufolge gefilmt, die Aufnahmen stellte das Paar auch anderen zur Verfügung.

Der angeklagte Jürgen W. sei von Spätherbst 2016 bis Januar 2017 mehrfach aus der Schweiz ins südliche Baden-Württemberg gereist, um den Jungen zu vergewaltigen, sagte Novak. Die Mutter des Kindes und ihr Lebensgefährte hätten dies unterstützt.

Es gibt insgesamt acht Verdächtige. Jeder von ihnen ist einzeln angeklagt. Einer der Täter wurde bereits zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Ein Bundeswehrsoldat erhielt eine Haftstrafe von acht Jahren.

Christian L. hat in den Verfahren bereits als Zeuge ausgesagt und den Missbrauch des Jungen gestanden. Der Prozess gegen ihn und Berrin T. beginnt am 11. Juni. Ein Urteil gegen Jürgen W. soll es den Angaben zufolge im Laufe des Juni geben.

fok/dpa

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