Mordprozess in Freiburg Mann soll Ex-Freundin und Sohn erstochen haben

Ein 53-Jähriger steht in Freiburg vor Gericht, weil er seine ehemalige Lebensgefährtin und seinen Sohn mit einem Küchenmesser tödlich verletzt haben soll. Auslöser war mutmaßlich ein Trennungsstreit.

Angeklagter im Landgericht Freiburg
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Angeklagter im Landgericht Freiburg


"Ich bitte um Verzeihung, um Vergebung": Vor dem Landgericht Freiburg hat ein mutmaßlicher Doppelmörder für seine Tat um Entschuldigung gebeten. Er soll seine ehemalige Lebensgefährtin und seinen Sohn getötet haben. Der 53-Jährige brach immer wieder in Tränen aus, der Prozess musste mehrfach unterbrochen werden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann zweifachen Mord vor.

Er soll den beiden Opfer am 28. Juli 2017 vor einer Tiefgarage in Teningen in Baden-Württemberg aufgelauert haben. Als die Frau aus der Garage gefahren sei, habe er ihren Wagen gerammt, zwei Autoscheiben eingeschlagen und mehrfach mit einem langen Küchenmesser auf Frau und Kind eingestochen.

"Der Junge musste mit ansehen, wie der Angeklagte auf seine Mutter einstach. Dabei rief er: Papa, nein!", sagte Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt. Demnach erlitt die 39-Jährige durch die Messerstiche mehr als 15 Verletzungen, der Sohn zwei. Beide starben kurze Zeit später in einem Krankenhaus.

"Das Motiv war Rache"

Der Tat ging laut Staatsanwaltschaft ein Trennungsstreit voraus. "Der Angeklagte hat die Frau von Freunden isoliert und als sein Eigentum betrachtet. Das Motiv war Rache", sagte Orschitt. Die 39-Jährige habe sich im Frühjahr 2017 von dem Angeklagten getrennt, im Mai sei auch ein Annäherungsverbot ausgesprochen worden.

Der Angeklagte sagt, er könne er sich an die Tat nur teilweise erinnern. Der eigentliche Plan sei gewesen, den Sohn nach Algerien zu entführen, sagte der 53-Jährige. Der Angeklagte hat einen deutschen Pass, stammt aber aus dem nordafrikanischen Land. Das Messer habe er nur mitgenommen, um Druck aufbauen zu können. Mit Widerstand habe er nicht gerechnet.

Doch im Auto sei es zu einem Kampf gekommen, die Frau habe nach seinem Kopf getreten. "Dann habe ich gestochen und immer weiter gestochen. Ich weiß nicht, ob 10, 20 oder 50 Mal", sagte der Mann. Warum er das getan habe, wisse er nicht. Die Tötung seines Sohnes streitet er ab: "Ich erinnere mich nicht, dass ich meinen Sohn gestochen habe."

Für den Prozess sind bis Ende April sieben weitere Termine angesetzt. Die Schwurgerichtskammer will 22 Zeugen hören, darunter neun Polizisten, zwei Rechtsmediziner und einen psychiatrischen Sachverständigen. Am Ende der Beweisaufnahme soll es ein Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit geben.

bbr/dpa



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