Missbrauch eines Neunjährigen "Ein Einzelgänger war Christian schon immer"

Christian L. ist der Hauptverdächtige in dem schweren Missbrauchsfall von Freiburg. Mit seiner Lebensgefährtin soll er einen Neunjährigen jahrelang sexuell ausgebeutet haben. SPIEGEL TV traf die Mutter des Mannes.

Polizeipräsidium Freiburg
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Polizeipräsidium Freiburg

Von Steffen Vogel


Jahrelang soll ein Neunjähriger aus dem Raum Freiburg sexuell missbraucht worden sein. Seine Mutter und ihr Lebensgefährte sollen den Jungen auch über das Internet für Vergewaltigungen verkauft haben.

Der Partner der Frau, der 37 Jahre alte Christian L., ist damit einer der Hauptverdächtigen in dem schweren Missbrauchsfall. SPIEGEL TV hat in einem exklusiven Fernseh-Interview mit der Mutter des Mannes gesprochen.

In ihrer kleinen Mietwohnung im Raum Freiburg sitzt Angelika L. zusammen mit ihrer Tochter auf dem Sofa und weint. In der Hand hält die Mutter Briefe ihres Sohnes, die er aus der Untersuchungshaft geschrieben hat.

Im ersten Brief fragt Christian L. kleinlaut, ob er Angelika L. überhaupt noch "Mutter" nennen darf. Geantwortet hat sie auf den Brief bis heute nicht. "Hat er jemals daran gedacht, war er uns damit antut? Will er, dass ich auf dem Friedhof lande?", sagt die Mutter.

"Ein Einzelgänger war Christian schon immer", sagt sie. Die meiste Zeit habe er am Computer verbracht. Christian habe eine schwere Kindheit gehabt, erzählt seine Mutter auf der Suche nach einer Erklärung für das Unbeschreibliche.

"Für mich ist er gestorben"

Er sei ein ungewolltes Kind gewesen, entstanden aus einer Vergewaltigung. Sein Vater ein Alkoholiker, der ihn geschlagen habe. Vom schweren Missbrauch des Neunjährigen will Angelika L. nichts mitbekommen haben. "Für mich ist er gestorben", sagt sie.

Die Hintergründe zu dem Fall lesen Sie hier.

Wie kürzlich bekannt wurde, war Christian L. der Umgang mit Kindern untersagt. Gegen den einschlägig wegen Missbrauchs von Minderjährigen vorbestraften Mann habe ein Kontaktverbot zu Kindern und Jugendlichen bestanden, berichteten mehrere Medien. Trotz des Verbots war der Mann mit der 47 Jahre alten Mutter des Neunjährigen zusammengezogen. Er sei deshalb zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilt worden.

Das Urteil wurde allerdings nicht rechtskräftig. Die Auflagen bestanden, weil der Mann den Berichten zufolge bereits 2010 zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten wegen Missbrauchs verurteilt worden war.


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Mitarbeit: Roman Lehberger und Jean-Pierre Ziegler

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