Missbrauch eines Jungen bei Freiburg Angeklagter kündigt Geständnis an

Mutter und Stiefvater sollen einen Jungen gegen Geld für Vergewaltigungen angeboten haben. In Freiburg hat der erste von mehreren Prozessen in dem Fall begonnen. Angeklagt ist ein 41-Jähriger.

Angeklagter Markus K.
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Angeklagter Markus K.


Markus K. ist der erste von insgesamt acht Verdächtigen im Fall des jahrelangen Missbrauchs eines Kindes, der sich vor Gericht verantworten muss. Der 41-Jährige habe sich in mindestens zwei Fällen an dem heute neun Jahre alten Jungen aus dem südbadischen Staufen vergangen, sagte Staatsanwältin Nikola Novak zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Freiburg (Az.: 6 KLs 160 Js 30350/17).

Der Angeklagte habe über die Mutter des Jungen und deren Lebensgefährten Kontakt zu dem Kind bekommen, so Novak. Das Paar soll den Jungen im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen haben.

Im Video: Missbrauchsfall im Breisgau - Zur Vergewaltigung angeboten

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Die K. vorgeworfenen Taten ereigneten sich der Anklage zufolge im Juli und September 2017. Es habe dabei schwerste sexuelle Übergriffe gegeben. Staatsanwältin Novak will eine langjährige Freiheitsstrafe und eine Sicherungsverwahrung für den Angeklagten erreichen.

Der 41-Jährige ist den Angaben zufolge wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft. Er war verurteilt worden, weil er nach Überzeugung des Gerichts 2009 eine Zehnjährige in ein Maisfeld gelockt und sich an ihr vergangen hatte.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Für den Prozess vor der Jugendschutzkammer des Freiburger Gerichts sind drei Verhandlungstage geplant. Ein Urteil könnte in der kommenden Woche fallen. K. werden laut Anklage unter anderem schwere Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung sowie schwere Zwangsprostitution zur Last gelegt.

Für die Aussage des Angeklagten wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Der Mann habe ein Geständnis angekündigt und im Gespräch mit einem psychiatrischen Gutachter die Taten eingeräumt, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin. Da K. über sein Sexualleben berichten wolle, werde die Öffentlichkeit zu seinem Schutz ausgeschlossen. Dies gelte auch für die Plädoyers und das letzte Wort des Angeklagten vor dem Urteil. Zudem werden vor Gericht Videoaufnahmen der Taten gezeigt, auch diese ohne Öffentlichkeit.

In dem Prozess sollen sechs Zeugen gehört werden: fünf Polizeibeamte und ein Psychologe, der den Angeklagten nach seiner bislang letzten Entlassung aus der Haft betreut hat. Der Junge, der Opfer der Taten wurde, ist Nebenkläger. Er wird durch eine Opferschutzanwältin vertreten und befindet sich inzwischen in staatlicher Obhut.

Weitere Prozesse folgen. In dem Fall gibt es insgesamt acht Verdächtige, sie sitzen alle in Untersuchungshaft. Der Junge war nach Angaben der Polizei von mehreren Tätern wiederholt und an verschiedenen Orten in und um Freiburg missbraucht und vergewaltigt worden. Seine Mutter und ihr wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafter Lebensgefährte hätten ihn hierfür gegen Geld angeboten. Zudem soll das Paar aktiv an den Misshandlungen beteiligt gewesen sein.

wit/dpa

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