Missbrauchsfall im Breisgau Gutachter empfiehlt Therapie für angeklagten Soldaten

Einer der Angeklagten im Staufener Missbrauchsfall soll therapeutisch betreut werden - das zumindest rät ein Gutachter. Der geständige Mann sei pädophil, es bestehe ein Rückfallrisiko.

Der wegen Kindesmissbrauchs Angeklagte steigt vor dem Landgericht Freiburg aus einem Justizfahrzeug
DPA

Der wegen Kindesmissbrauchs Angeklagte steigt vor dem Landgericht Freiburg aus einem Justizfahrzeug


Nach der Vergewaltigung eines Jungen durch einen Soldaten hat ein psychiatrischer Gutachter für den Mann eine Therapie vorgeschlagen. Der 50-Jährige müsse dauerhaft betreut werden, sagte der Sachverständige Hartmut Pleines vor dem Landgericht Freiburg.

Es handele sich bei dem Angeklagten um einen Pädophilen, es bestehe ein Rückfallrisiko. Dieses sei jedoch nicht so gravierend, dass Sicherungsverwahrung gerechtfertigt wäre. Auch die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus komme nicht in Betracht.

Der Mann hatte gestanden, einen aus Staufen bei Freiburg stammenden Jungen im vergangenen Jahr zweimal vergewaltigt und dafür Geld an seine Mutter und deren Lebensgefährten gezahlt zu haben.

Nach Gerichtsangaben soll am Mittwoch das Urteil fallen. Hierzu werde die Öffentlichkeit zugelassen. Die Plädoyers wurden hinter verschlossenen Türen gehalten. Als Grund nannte das Gericht Persönlichkeitsrechte des Angeklagten.

Die Staatsanwältin forderte nach eigenen Angaben zwölf Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung, der Verteidiger vier Jahre Haft ohne Sicherungsverwahrung. Die Anwältin der Nebenklage, die das Opfer vertritt, plädierte auf elf Jahre Gefängnis, Sicherungsverwahrung und 12.500 Euro Schmerzensgeld für den Jungen.

Der heute Neunjährige war der Anklage zufolge mehr als zwei Jahre lang von Männern aus dem In- und Ausland vergewaltigt worden. Die 48-jährige Mutter und deren 39 Jahre alter Lebensgefährte hätten das Kind hierfür im Internet angeboten.

Der Prozess gegen den Soldaten ist der zweite von mehreren Prozessen in dem Fall, weitere folgen. Insgesamt gibt es acht Verdächtige. In einem ersten Verfahren war der 41-jährige Markus K. zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

bbr/dpa

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