Missbrauch eines Neunjährigen Ermittler gehen von "hoher zweistelliger" Fallzahl aus

Im Missbrauchsfall um einen Neunjährigen aus Freiburg nennen die Ermittler erstmals Zahlen: Laut einem Zeitungsbericht rechnen sie mit Fällen im hohen zweistelligen Bereich - mindestens.

Polizeipräsidium Freiburg
DPA

Polizeipräsidium Freiburg


Ein Neunjähriger aus dem Raum Freiburg soll jahrelang sexuell missbraucht worden sein - in einer "hohen zweistelligen Zahl" an Fällen. Das sagte Oberstaatsanwalt Michael Mächtel der "Welt am Sonntag". Es könnten aber auch mehr sein.

Über Jahre hinweg wurde der Junge aus Baden-Württemberg schwer sexuell missbraucht - laut Polizei von seiner Mutter und ihrem einschlägig vorbestraften Lebensgefährten. Das Paar soll den heute Neunjährigen zusätzlich über das Internet für Vergewaltigungen an mehrere Männer verkauft haben - für Tausende Euro. Fünf dieser mutmaßlichen Käufer sitzen in Untersuchungshaft (lesen Sie hier mehr über die Verdächtigen).

Der Fall setzt die Behörden im Raum Freiburg unter Druck. Wie kürzlich bekannt wurde, war einem der Hauptverdächtigen der Umgang mit Kindern untersagt.

Gegen den einschlägig wegen Missbrauchs von Minderjährigen vorbestraften 37-Jährigen habe ein Kontaktverbot zu Kindern und Jugendlichen bestanden, berichteten mehrere Medien. Trotz des Verbots war der Mann mit der 47 Jahre alten Mutter des Neunjährigen zusammengezogen. Er sei deshalb zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilt worden.

"Das Geschehen muss transparent und gründlich aufgearbeitet werden", verlangte Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne). "Wir werden dort, wo es nötig und möglich ist, die zuständigen Behörden bei der Aufklärung bestmöglich unterstützen."

jpz/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.