Mordprozess in Freiburg Staatsanwalt fordert lebenslange Haft für Hussein K.

Hussein K. steht wegen des Sexualmordes an einer jungen Frau in Freiburg vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft plädierte nun für eine lebenslange Freiheitsstrafe - mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Hussein K. im Landgericht Freiburg (Archiv)
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Hussein K. im Landgericht Freiburg (Archiv)


Im Sexualmordprozess gegen Hussein K. hat der Staatsanwalt eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung beantragt. Der Angeklagte sei gefährlich für die Allgemeinheit, sagte Oberstaatsanwalt Eckart Berger vor dem Freiburger Landgericht.

Von Hussein K. gehe ein hohes Rückfallrisiko aus, schwere Straftaten gegen junge Frauen seien wahrscheinlich, so Berger. Die Vorwürfe des Mordes und der besonders schweren Vergewaltigung seien in dem Prozess erhärtet worden.

Die Aussagen des Angeklagten seien "von Lügen geprägt", sagte der Staatsanwalt: "Der Angeklagte hat alles getan, Aufklärung zu verhindern." Es habe sich um eine gezielte Tat mit Tötungsabsicht gehandelt. Hussein K. habe rücksichtslos gehandelt, keine Reue und seinem Opfer gegenüber Gleichgültigkeit gezeigt. "Es ging ihm in der Nacht darum, auf seine Art Sex mit einer Frau zu haben", sagte Berger. Um nicht entdeckt zu werden, habe er die junge Frau getötet.

Es müsse Erwachsenenstrafrecht gelten, zudem müsse die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Damit wäre eine vorzeitige Freilassung nach 15 Jahren Haft nahezu ausgeschlossen.

Sicherungsverwahrung verhängen Gerichte anders als die Haft nicht als Strafe, sondern als präventive Maßnahme. Sie soll die Bevölkerung vor Tätern schützen, die ihre eigentliche Strafe für ein besonders schweres Verbrechen bereits verbüßt haben, aber weiter als gefährlich gelten. Die Täter können theoretisch unbegrenzt eingesperrt bleiben. Die Bedingungen müssen deutlich besser sein als im Strafvollzug, zudem muss es ein größeres Therapieangebot und Betreuung geben. Sicherungsverwahrung kann mit dem Gerichtsurteil oder nachträglich angeordnet werden.

Widersprüchliche Altersangaben

Hussein K., zu dessen Alter widersprüchliche Angaben vorliegen, hatte zugegeben, im Oktober 2016 nachts in Freiburg die 19 Jahre alte Studentin Maria L. bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und vergewaltigt zu haben. Die Frau ertrank im Fluss Dreisam. Ein Sachverständiger beschrieb das Vorgehen des Angeklagten bei der Tat als gezielt und brutal. Die Eltern des Opfers sind in dem Prozess Nebenkläger.

Die Frage, wie alt der vor der Jugendkammer stehende Mann ist, hat große Bedeutung in dem Prozess und Auswirkungen auf die Höhe der Strafe. Hussein K. hatte ursprünglich angegeben, aus Afghanistan zu kommen und 16 oder 17 Jahre alt zu sein. Zum Prozessauftakt gab er dann zu, gelogen zu haben.

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Die Staatsanwaltschaft hält ihn für mindestens 22 Jahre alt und fordert eine Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht. Gutachten und Zeugenaussagen stützen dies. Dokumente, die ein Alter belegen, gibt es nicht. K. war 2015 als Flüchtling ohne Papiere nach Deutschland gekommen und von den Behörden ohne Untersuchung als minderjährig eingestuft worden.

Der Vertreter der Nebenklage sowie der Verteidiger plädieren den Planungen des Gerichts zufolge am Montag. Das Urteil soll am 22. März fallen.

wit/dpa

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