Kriminalfälle in Freiburg und auf Korfu Fingerabdrücke sind identisch

Der Verdächtige im Freiburger Mordfall beging zuvor ein Gewaltverbrechen an einer jungen Frau in Griechenland. Fingerabdrücke in beiden Fällen stimmen überein, wie ein Ermittler SPIEGEL ONLINE bestätigte.

Gedenkstelle nahe dem Tatort in Freiburg
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Gedenkstelle nahe dem Tatort in Freiburg

Von und , Athen und Stuttgart


Fingerabdrücke legen nahe, dass der Verdächtige im Freiburger Mordfall ein Gewaltverbrechen an einer jungen Frau in Griechenland begangen hat. Das bestätigte ein leitender Ermittler der griechischen Behörden SPIEGEL ONLINE.

Vor mehr als zwei Jahren wurde in Griechenland ein junger Mann mit dem Namen Hussein K. angeklagt und verurteilt. Er hatte demnach 2013 auf Korfu eine Griechin beraubt und eine Steilküste hinabgestoßen. Die Frau überlebte schwerverletzt.

Nach seiner Verurteilung zu zehn Jahren Haft kam Hussein K. in ein Jugendgefängnis in die Stadt Volos in Zentralgriechenland. Aus diesem Gefängnis wurde er nach Angaben griechischer Behörden schon im Oktober 2015 wieder entlassen.

Schon kurz nach seiner Freilassung muss sich Hussein K. auf den Weg nach Deutschland gemacht haben. Der Auflage, sich einmal pro Monat an einem Polizeiposten in der Nähe seines Wohnorts zu melden, kam er nur einmal nach - für den Monat November, in Athen. Im Dezember dann nicht mehr, sodass seine Entlassung von der griechischen Justiz widerrufen wurde.

Doch da war Hussein K. schon längst in Deutschland: Bereits am 12. November 2015 beantragte er auf einer Freiburger Dienststelle Asyl und wurde dabei von der Bundespolizei erkennungsdienstlich behandelt. Er gab an, über Österreich nach Deutschland gekommen zu sein. Demnach hätte er die Balkanroute innerhalb weniger Tage durchlaufen, zu einem Zeitpunkt, als dort der Andrang groß war.

Papiere führte Hussein K. laut Bundesinnenministerium keine mit sich, als er Asyl beantragte. Ein Abgleich mit internationalen Datenbanken erbrachte keine Ergebnisse. Die deutschen Behörden leiteten ein Ermittlungsverfahren ein, aber nur routinemäßig wegen unerlaubter Einreise.

Hussein K. wird nun beschuldigt, im Oktober in Freiburg eine 19-Jährige vergewaltigt und ermordet zu haben. (Lesen Sie hier weitere Hintergründe.) Er wurde inzwischen in das Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg bei Ludwigsburg verlegt.



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