Freital-Prozess Mutmaßlicher Rädelsführer gesteht vor Gericht

Ein mutmaßlicher Rädelsführer der "Gruppe Freital" hat vor Gericht sein Schweigen gebrochen: Patrick F. gestand seine Beteiligung an allen fünf angeklagten Anschlägen.

Der Angeklagte Patrick F. am 25.April 2017
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Der Angeklagte Patrick F. am 25.April 2017


Im Terrorprozess gegen die rechtsextreme "Gruppe Freital" hat einer der beiden mutmaßlichen Rädelsführer ein umfassendes Geständnis abgelegt. Patrick F. räumte seine Beteiligung an allen fünf angeklagten Anschlägen ein. Auch zu den Tatbeiträgen der anderen Angeklagten gab er umfassend Auskunft.

Einen Sprengstoffanschlag auf eine Flüchtlingswohnung im sächsischen Freital im September 2015 habe er allein begangen, sagte der 25-Jährige vor dem Oberlandesgericht Dresden. Sein Motiv für die spontane Tat sei Ärger über angebliche Drogengeschäfte der Asylbewerber gewesen. In der Anklage war die Bundesanwaltschaft von einem nicht identifizierten Mittäter ausgegangen.

Bislang hatte sich in dem Prozess lediglich der jüngste Angeklagte geständig gezeigt. Der 19-jährige Justin S. hatte Mitte März eingeräumt, 2015 an Anschlägen auf eine Flüchtlingsunterkunft in Freital und ein alternatives Wohnprojekt im nahen Dresden beteiligt gewesen zu sein. Außerdem hatte er schwere Vorwürfe gegen die mutmaßlichen Rädelsführer Patrick F. und Timo S. erhoben.

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Terrorprozess in Dresden: Gewalt und Hass in Freital

Der Generalbundesanwalt hält den acht Angeklagten im Alter zwischen 19 und 39 Jahren die Bildung einer terroristischen Vereinigung vor. Außerdem sollen sie sich unter anderem auch wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und der Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen verantworten. Sie werden in dem Prozess für insgesamt fünf Sprengstoffanschläge zwischen Juli und November 2015 verantwortlich gemacht.

Im Video: Das Innenleben der "Gruppe Freital"

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kry/dpa

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