Frust über Romneys Niederlage Frau überfährt Ehemann

Nichtwähler zu sein ist schlecht für die Gesundheit - das hat ein Mann in den USA erfahren müssen. Der 36-Jährige wurde von seiner Frau mit dem Auto überfahren, weil er bei der Präsidentschaftswahl nicht abgestimmt hatte.


Phoenix - Holly S. war richtig frustriert. Sie hatte sich den Republikaner Mitt Romney als Sieger der Präsidentschaftswahl in den USA gewünscht, doch Demokrat und Amtsinhaber Barack Obama gewann. Ihren Frust ließ die 28-Jährige laut Polizei auf ziemlich rabiate Weise an ihrem Gatten aus: Sie soll ihn mit dem Familienauto gejagt und schließlich zwischen Wagen und Bordstein eingeklemmt haben. Das berichten mehrere US-Medien, darunter die "Arizona Republic" und der lokale Ableger des TV-Senders CBS.

Vorausgegangen war bei der Auseinandersetzung am vergangenen Samstag laut Polizei ein Streit über "einen Mangel an Wahlbeteiligung", wie ein Sprecher sagte. Im Klartext: Holly S. war sauer, dass ihr Mann seine Stimme nicht abgegeben hatte. Sie habe nach Obamas Wahlsieg Probleme für ihre Familie erwartet.

Der 36-Jährige habe sich auf einem Parkplatz hinter einer Laterne versteckt, seine Frau habe ihn mehrfach im Auto umkreist und dabei angeschrien, berichteten Augenzeugen. Als der Ehemann versucht habe, in Richtung Straße zu flüchten, habe sie ihn überfahren.

Der Zorn seiner Frau hatte für den 36-Jährigen üble Folgen. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wird aber wohl überleben. Laut Polizei stand Holly S. bei ihrem Angriff nicht unter Drogeneinfluss. Sie wurde wegen schwerer Körperverletzung und häuslicher Gewalt festgenommen.

Die Tragik der Geschichte liegt darin, dass die Stimme des Ehemannes ohnehin keinen Unterschied gemacht hätte, selbst wenn er für die Republikaner gestimmt hätte. Die elf Wahlmännerstimmen aus Arizona gingen auch so an Mitt Romney.

ulz/Reuters



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