Marseille - Ein Postbeamter aus der südfranzösischen Hafenstadt Marseille ist wegen Unterschlagung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Einer seiner früheren Kollegen, der einen Teil der Millionenbeute eingesackt hatte, erhielt eine Haftstrafe von 18 Monaten, davon sechs auf Bewährung.
Der Hauptangeklagte gab als Beweggrund für seine Tat Spielschulden an. Er sei süchtig nach Poker gewesen, sagte der 42-Jährige. Wo das ganze Geld geblieben ist, konnte allerdings nicht geklärt werden. Der Verurteilte sagte, er habe seine Schulden im Spielermilieu bezahlt; außerdem fand die Polizei 100.000 Euro vergraben im Garten seines Kollegen.
Der Postbeamte unterschlug insgesamt rund eine Million Euro, indem er Geldautomaten falsch auffüllte. Er forderte innerhalb einer Woche bei einer zentralen Postkasse dreimal 370.000 Euro an, die ihm anstandslos ausgezahlt wurden. Davon speiste der Mann aber nur einen kleinen Teil in Geldautomaten ein, den Rest behielt er für sich.
Anschließend verschwand der Beamte für zweieinhalb Monate, bis er sich im Januar vergangenen Jahres der Polizei stellte. Zu diesem Zeitpunkt besaß er nach eigenem Bekunden nur noch 850 Euro, die er in bar bei sich trug. Ein leitender Postbeamter sprach vor Gericht von einem "reiflich geplanten und intelligent ausgeführten" Betrug. Staatsanwalt Emmanuel Merlin warf dem Angeklagten vor, alle an der Nase herumzuführen: "Er weiß haargenau, wo dieses Geld ist, und zwar bis auf den letzten Cent."
wit/AFP
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