Rassismusvorwurf in Fulda Karnevalsverein bekommt Polizeischutz

Ein Karnevalsverein in Fulda sieht sich Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Laut Polizei sind die Narren am Rosenmontag in Gefahr.


Wenn die Jecken des Karnevalsvereins Südend am Rosenmontag auf dem Zug marschieren, marschiert die Polizei mit. Dem Verein aus Fulda wird Rassismus vorgeworfen. Die Karnevalisten seien darum in Gefahr, glaubt die Polizei. Der Streit dreht sich um die Verwendung von Uniformen und um schwarze Schminke im Gesicht der Narren.

Drei Sozialwissenschaftler der Hochschule Fulda hatten die Affäre ausgelöst: In breit gestreuten E-Mails attackierten sie - als Privatpersonen, wie sie sagen - den Karnevalsverein Südend. Die für den Verein typischen Tropenuniformen seien den Uniformen der Truppen in den deutschen Kolonien nachempfunden. "Dadurch wird Völkermord, Unterdrückung und Entrechtung verharmlost und gutgeheißen", hieß es in einer Mail.

Der Südend-Vorsitzende Andreas Beck zeigte sich über den Angriff empört. "Die Vorwürfe sind eine Frechheit. Auf Facebook werden wir sogar als kleine Massenmörder beschimpft", sagte er der "Fuldaer Zeitung". Der Verein pflege eine lange Tradition und gehe respektvoll mit jedem Menschen um.

Von Winfried Kollmann, dem Protokollchef des Karnevalsverbands Kurhessen, gab es Rückendeckung für die Jecken von Südend. Die Vorwürfe seien "unverfroren und unverschämt", sagte Kollmann. Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU) äußerte, die Kritiker hätten "von der Fastnacht keine Ahnung".

Die Polizei geht davon aus, dass sich die Kritik an dem Verein nicht auf Mails beschränkt, sondern sich am Rosenmontagszug fortsetzen wird. "Wir haben konkrete Hinweise, die auf eine erhöhte Gefährdung des Vereins hindeuten", sagte ein Polizeisprecher. Denkbar sei etwa, dass es zu Blockaden komme oder Farbbeutel geworfen würden. Polizeibeamte werden die Narren deshalb am Montag begleiten.

cnn/dpa

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