Bordelle in Thüringen und Hessen Mutmaßliche Zuhälter vor Gericht

Sie sollen eine junge Rumänin entführt, vergewaltigt und zur Prostitution in Deutschland gezwungen haben: Vor dem Landgericht Fulda hat der Prozess gegen zwei Brüder begonnen.


Die Staatsanwaltschaft wirft zwei Brüdern aus Rumänien Menschenhandel, Zuhälterei und Freiheitsberaubung vor. Sie sollen im Dezember 2013 eine damals 19-Jährige von einem Schulhof in Rumänien in ihr Auto gelockt, nach Deutschland gebracht und in Eisenach und Bad Hersfeld zur Prostitution gezwungen haben. Nun hat vor dem Landgericht Fulda der Prozess begonnen, zum Verhandlungsauftakt wurde nur die Anklage verlesen.

Demnach hat der 24-jährige Angeklagte die junge Frau in einer Wohnung in Eisenach mindestens dreimal vergewaltigt und dabei geschlagen, getreten und gebissen. Sein 29 Jahre alter Bruder soll eine Vergewaltigung mit dem Handy gefilmt haben. Die Frau wurde laut Anklage eingesperrt, Geld, Handy und Ausweis wurden ihr abgenommen.

Das Opfer musste der Staatsanwaltschaft zufolge später in Bordellen in Eisenach und Bad Hersfeld anschaffen. In Bad Hersfeld rettete ein Rumänisch sprechender Mann - als Freier getarnt - die Frau aus dem Bordell und brachte sie im Januar 2014 zur Polizei. Kurz darauf reiste sie zurück in ihre Heimat.

Die Angeklagten sitzen seit Mitte Juni 2015 in Untersuchungshaft. Sie konnten erst anderthalb Jahre nach den Taten festgenommen werden, weil die Frau nicht wusste, in welcher Stadt sich das erste Bordell befand.

hut/dpa



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