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Salvador da Bahia: Viele Tote und Plünderungen in deutschem WM-Spielort

Die brasilianische Stadt Salvador da Bahia ist Austragungsort für das erste WM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Jetzt kam es dort zu schweren Ausschreitungen: Die Polizei streikte zwei Tage, die Folge waren Plünderungen und Mord, 39 Menschen starben.

Salvador - In dem brasilianischen WM-Austragungsort Salvador da Bahia, dem ersten Spielort der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Brasilien, kam es zu schweren Ausschreitungen mit vielen Toten. Laut Nachrichtenagentur sid kamen mindestens 39 Menschen ums Leben, Reuters berichtet von mindestens 22 Toten.

Hintergrund für die Gewalt war ein zweitägiger Streik der örtlichen Polizei. Die Beamten hatten am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt, sie fordern eine bessere Bezahlung. Der Ausstand hatte zu erhöhter Kriminalität in der Millionenstadt geführt; im Großraum Salvador wurde seit Streikbeginn nach örtlichen Medienangaben ein deutlicher Anstieg der Mordrate registriert. Diese liegt laut Behördenangaben normalerweise bei 2,5 Toten pro Tag.

Auch kam es zu Plünderungen. Radioberichten zufolge wurden in der Nacht zum Mittwoch ein Supermarkt und eine Bank geplündert. Die Behörden forderten die Bundespolizei zur Verstärkung an. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff reagierte mit der Aussendung von 2500 bewaffneten Soldaten und 250 Elitepolizisten.

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Polizeistreik in Brasilien: Plünderungen trotz Militäreinsatz
Einem Stadtsprecher zufolge trafen bereits 200 Bundespolizisten in Salvador da Bahia ein, weitere Beamte seien auf dem Weg. Mittlerweile hat die brasilianische Polizei den Streik wieder beendet. Ein Gericht hatte am Donnerstag ein sofortiges Streikende gefordert und mit einer Tagesstrafe von 1,4 Millionen Reais (rund 450.000 Euro) gedroht. Der Beschluss zum Ende des Ausstands wurde anschließend auf einer Streikversammlung getroffen.

Salvador da Bahia ist mit rund 2,5 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Brasiliens. Sie gehört zu den Austragungsorten der Fußball-Weltmeisterschaft, die am 12. Juni beginnt. Hier bestreitet das Team des Deutschen Fußball-Bunds am 16. Juni auch sein erstes WM-Spiel gegen Portugal. Zu der Partie wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet.

lgr/dpa/sid/AFP/Reuters

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insgesamt 95 Beiträge
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1. Ein Desaster
Fabstar 17.04.2014
Ich lebe seit einiger Zeit in diesem Land und kann immer noch nicht begreifen wie die FIFA ihnen den Zuspruch geben konnte. Nichts funktioniert hier in den meisten Städten wie es sollte und ich bezweifle stark dass die Sicherheit der Touristen gegeben ist (von Abzocke ganz zu schweigen). Eine riesen Chance die das Land hier verspielt hat.
2.
spon-facebook-1049022215 17.04.2014
Es ist erschreckend, was dort abgeht. Da fragt man sich, ob denn die Sicherheit der WM-Besucher überhaupt gewährleistet ist.
3. Keine Polizei
sebalou 17.04.2014
Das passiert, wenn Menschen wissen, das sie für ihre Taten nicht bestraft werden können. Ohne Polizei, und die Strafverfolgung würde uns diese Welt um die Ohren fliegen!! ...das gleiche ist übrigens mal in einer kanadischen Stadt passiert, als alle Polizisten im Stadion zu einer Streikveranstaltung waren. Es gab Morde und Plünderungen, bis die Armee kommen musste. Bitte dran denken wenn mal wieder über die " scheiß Bullen " geredet wird, die für uns den Kopf hinhalten.
4. Ein tolles Land!
schnabelnase 17.04.2014
Hey, komm! Wir wandern nach Brasilien aus! Schön warm, die Leute sind voll locker, alles easy. Hier in Deutschland ist alles spießig und doof. Alles wird viel zu genau genommen.
5.
opameier 17.04.2014
Zitat von sebalouDas passiert, wenn Menschen wissen, das sie für ihre Taten nicht bestraft werden können. Ohne Polizei, und die Strafverfolgung würde uns diese Welt um die Ohren fliegen!! ...das gleiche ist übrigens mal in einer kanadischen Stadt passiert, als alle Polizisten im Stadion zu einer Streikveranstaltung waren. Es gab Morde und Plünderungen, bis die Armee kommen musste. Bitte dran denken wenn mal wieder über die " scheiß Bullen " geredet wird, die für uns den Kopf hinhalten.
Unsere "Bullen" sind im Großen nicht mit denen zu vergleichen. Unsere "Bullen" sind viel zu eifrig, dem kleinen Mann das Leben schwer zumachen, und jede Richtlinie, jedes Gebot penibel zu kontrollieren. Ich habe den Glauben in unsre Polizei verloren, zumindest was Schutzpolizei anbelangt, dümmste Kasper überhaupt.
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Staats- und Regierungschefin: Dilma Rousseff (suspendiert Mai 2016); Michel Temer (amtierend)

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