Vierter Prozess zu G20-Krawallen 19-Jähriger zu einem Jahr und drei Monaten verurteilt

Die juristische Aufarbeitung der G20-Krawalle geht weiter: Das Amtsgericht St. Georg hat einen 19-Jährigen zu einer Jugendstrafe verurteilt. Ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, steht noch nicht fest.

Der Angeklagte (l.) mit seinem Verteidiger
DPA

Der Angeklagte (l.) mit seinem Verteidiger


Im vierten Prozess um die Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg ist ein 19-Jähriger zu einer Jugendstrafe in Höhe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, werde das Gericht dem Jugendstrafrecht entsprechend in sechs Monaten entscheiden, sagte ein Gerichtssprecher. Außerdem müsse der junge Mann zehn Arbeitsleistungen mit jeweils sechs Stunden erbringen.

Nach Überzeugung des Amtsgerichts im Stadtteil St. Georg hat sich der junge Mann, der seit dem 8. Juli in Untersuchungshaft saß, der versuchten gefährlichen Körperverletzung, des schweren Landfriedensbruchs und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte schuldig gemacht. Ihm wurde vorgeworfen, sich am Abend des 8. Juli im Schanzenviertel mit 10 bis 15 Menschen zusammengetan zu haben, um gezielt Polizisten anzugreifen. So habe er Flaschen auf Beamte geworfen und umstehende Personen aufgefordert, es ihm nachzutun.

Das G20-Verfahren gegen den 19-Jährigen war das erste, das nach Jugendstrafrecht verhandelt wurde. In den anderen drei bislang gelaufenen Verfahren verhängten die Gerichte Freiheitsstrafen von sechs Monaten auf Bewährung bis zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten gegen einen 21-Jährigen aus den Niederlanden.

dpa/ehh



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