G20-Berufungsprozess Gericht verringert Haftstrafe für 29-Jährigen

Dreieinhalb Jahre Haft waren das bislang härteste Urteil im Zusammenhang mit den G20-Ausschreitungen: Nun ist die Strafe gegen den 29-Jährigen um ein Jahr reduziert worden.

Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel (Archivbild)
DPA

Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel (Archivbild)


Der Berufungsprozess gegen einen 29-Jährigen im Zusammenhang mit den G20-Ausschreitungen ist mit einer geringeren Strafe geendet. Wegen eines Flaschenwurfs auf Polizisten bei den G20-Krawallen hat das Landgericht Hamburg den Mann zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Es verringerte damit das Strafmaß des Amtsgerichts, das den Mann Anfang des Jahres zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt hatte. Es war die bisher härteste Strafe im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim G20-Gipfel im Juli 2017.

Im Berufungsprozess neu ausgewertete Videoaufnahmen zeigten, dass zwar ein Polizist von einer Flasche getroffen wurde, sagte die Vorsitzende Richterin. Es sei aber nicht die abgeschlagene Flasche gewesen, die der Angeklagte in Richtung der Beamten geworfen hatte. Da unklar sei, ob jemand durch den Wurf verletzt wurde, sei die Tat als versuchte gefährliche Körperverletzung zu bewerten.

Der Angeklagte habe sich ferner des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und des schweren Landfriedensbruchs schuldig gemacht. Das vorherige Abschlagen des Flaschenbodens zeige, dass der 29-Jährige die Absicht hatte, Menschen zu verletzen.

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte habe seine sehr feindliche Haltung gegenüber Polizeibeamten schon früher deutlich gemacht. Vor Jahren habe er aus dem Gefängnis in einem Brief geschrieben: "Nur ein toter Bulle ist ein guter Bulle."

bbr/dpa



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