Öffentliche Fahndung Mutmaßlicher G20-Randalierer meldet sich bei der Polizei

Mit einem der größten Fahndungsaufrufe der bundesdeutschen Rechtsgeschichte sucht die Hamburger Polizei nach G20-Straftätern. Nun hat sich der erste gemeldet - und es gibt Dutzende neue Hinweise.

Fahndungsfotos mutmaßlicher G20-Täter
DPA

Fahndungsfotos mutmaßlicher G20-Täter


Im Rahmen einer öffentlichen Fahndung nach G20-Randalierern hat sich ein Beteiligter bei der Hamburger Polizei gemeldet. Der Mann rief am Montag an und gab zu, an Plünderungen in der Sternschanze beteiligt gewesen zu sein, wie ein Behördensprecher nun sagte. Innerhalb eines Tages hätten die Beamten zudem rund 80 Hinweise aus der Bevölkerung erhalten.

Die Polizei hatte am Montag, gut fünf Monate nach den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel, die Fotos von 104 mutmaßlichen Straftätern veröffentlicht. Ihnen werden in den meisten Fällen gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch oder Brandstiftung vorgeworfen (mehr zu der Fahndung lesen Sie hier).

Die Aufnahmen sind in verschiedene Themenkomplexe aufgeteilt: Plünderungen (44 Gesuchte), Stein- und Flaschenwürfe (17), Straftaten in den Straßen Elbchaussee (5), Rondenbarg (25) und beim Aufmarsch "G20 - not welcome!" (13).

Die Linke wittert "Stimmungsmache"

Es handelt sich um einen der größten Fahndungsaufrufe der bundesdeutschen Rechtsgeschichte. Eine Öffentlichkeitsfahndung ist das letzte Mittel von Polizei und Staatsanwaltschaft. Dafür muss laut Gesetz nicht nur eine Straftat von erheblicher Bedeutung vorliegen - es müssen auch alle anderen Ermittlungsschritte erfolglos geblieben sein. Linksextreme gingen mit der Öffentlichkeitsfahndung auf ihre Weise um: Sie veröffentlichten Fotos von 54 Polizisten.

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft, Christiane Schneider, warf der Polizei "Stimmungsmache" vor. Die Fahndung sei unverhältnismäßig. Die Polizei sage in vielen Fällen nicht, wo die Gesuchten in den Filmen auftauchen. Dadurch würden die Leute "pauschal für die schwere Randale verantwortlich gemacht", die es ohne Zweifel gegeben habe.

mxw/dpa



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