G20-Krawalle Ermittlungen gegen Rote-Flora-Aktivisten

Die Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels beschäftigen weiter die Justiz. Nun wird gegen führende Mitglieder der linken Szene in Hamburg ermittelt. Außerdem gab es Razzien gegen mutmaßliche Plünderer.

Geplündertes Geschäft im Hamburger Schanzenviertel
WITTEK/ EPA/ REX/ Shutterstock

Geplündertes Geschäft im Hamburger Schanzenviertel


Die ersten Urteile zu den Krawallen während des G20-Gipfels in Hamburg sind bereits gefallen, nun rücken mehrere prominente Vertreter der linken Szene in den Fokus der Ermittler. Wie Oberstaatsanwältin Nana Frombach bestätigte, werden derzeit mehrere Strafanzeigen gegen Veranstalter von Protestaktionen geprüft.

Konkret wird gegen die Rote-Flora-Aktivisten Andreas Beuth und Andreas Blechschmidt ermittelt. Beuth ist der Anwalt des Hamburger Autonomiezentrums, Blechschmidt agiert als Sprecher. Beide hatten die G20-kritische Demonstration "Welcome to Hell" mitorganisiert, die am 6. Juli nach kurzer Zeit von der Polizei gestoppt worden war.

Laut Frombach prüfen die Ermittler nun mehrere öffentliche Aussagen der Aktivisten. Der Vorwurf lautet öffentliche Aufforderung zu Gewalt und Billigung von Gewalt. Rote-Flora-Anwalt Beuth hatte bereits im Vorfeld der Demonstration angekündigt: "Wenn wir angegriffen werden, dann werden wir uns natürlich auch zur Wehr setzen mit Mitteln, die wir uns selbst suchen." Später sagte er dem NDR in Bezug auf die Ausschreitungen, er habe "gewisse Sympathien für solche Aktionen".

Rote-Flora-Aktivist Andreas Blechschmidt
DPA

Rote-Flora-Aktivist Andreas Blechschmidt

Neben Blechschmidt und Beuth sind weitere Organisatoren der Proteste ins Visier der Ermittler gerückt. Laut Frombach wird auch gegen Emily Laquer von der Interventionistischen Linken und Sprecherin der Demonstration "Grenzenlose Solidarität statt G20" ermittelt. Außerdem gebe es weitere Ermittlungen, zu denen die Staatsanwaltschaft sich derzeit nicht äußern wolle.

Durchsuchungen bei mutmaßlichen Plünderern

Derweil hat die Sonderkommission "Schwarzer Block" im Zusammenhang mit den G20-Krawallen am Mittwochmorgen mehrere Hausdurchsuchungen in Hamburg und Schleswig-Holstein durchgeführt. Wie Polizei und Staatsanwaltshaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgaben, gab es in insgesamt 14 Objekten Razzien.

Bei den Aktionen gehe es um Plünderungen, die am 7. Juli in der Schanzenstraße begangen worden seien. Zu den Ergebnissen der Hausdurchsuchungen hat sich die Polizei bisher noch nicht geäußert.

Am Abend des ersten Gipfeltages Anfang Juli war es zu schweren Ausschreitungen vor allem im Hamburger Schanzenviertel gekommen. Mehrere Geschäfte wurden geplündert.

Anmerkung: Wir hatten zunächst geschrieben, Andreas Blechschmidt habe dem NDR nach den Ausschreitungen ein Interview gegeben Tatsächlich handelt es sich um Andreas Beuth. Wir haben die Angabe korrigiert.

asc/dpa



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