Prozess um G20-Krawalle Randalierer erhält Bewährungsstrafe

Die juristische Aufarbeitung der Ausschreitungen beim G20-Gipfel geht weiter: Das Amtsgericht Hamburg hat einen 29-jährigen Schweizer zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt.

Rafael G. und seine Verteidigerin
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Rafael G. und seine Verteidigerin


In einem Prozess um die Krawalle beim G20-Gipfel hat das Hamburger Amtsgericht einen 29-jährigen Schweizer zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Angeklagte hatte gestanden, zwei Glasflaschen auf Polizisten geworfen, die Beamten aber verfehlt zu haben. Das Gericht verurteilte ihn laut einem Sprecher wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.

Die Aussetzung der Strafe zur Bewährung begründete das Gericht demnach mit dem Geständnis des Angeklagten und dem Umstand, dass er sich reuig gezeigt habe. Auch habe der 29-Jährige keine Vorstrafen. Zudem habe er den Eindruck vermittelt, dass ihn die Untersuchungshaft "erheblich beeindruckt" habe.

Zuvor hatte das Amtsgericht einen 21-jährigen Niederländer zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Ein 21-jähriger Franzose und ein 24-jähriger Pole hatten Bewährungsstrafen von 17 Monaten beziehungsweise sechs Monaten erhalten. Im Zusammenhang mit den Gipfelkrawallen sitzen derzeit noch 29 weitere Beschuldigte in Untersuchungshaft.

Rund um den Gipfel hatte es trotz des Einsatzes Tausender Polizisten schwere Krawalle gegeben. Randalierer lieferten sich immer wieder Straßenschlachten mit der Polizei, zündeten Autos an und beschädigten Läden.

asa/AFP

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