Nach G20-Ausschreitungen Hamburger Polizei startet vierte Öffentlichkeitsfahndung

Mit neuen Fotos im Internet fahnden Hamburger Ermittler nach 53 weiteren mutmaßlichen G20-Randalierern. Ihnen werden Straftaten "von erheblicher Bedeutung" vorgeworfen.


Sie griffen Polizisten an, warfen Steine, setzten Autos in Brand und plünderten Geschäfte: In einer vierten Fahndungswelle sucht die Polizei in Hamburg weitere mutmaßliche G20-Gewalttäter. Die Ermittler haben die Fotos von 53 Menschen veröffentlicht.

Diese sollen bei den Ausschreitungen während des G20-Gipfels in der Hansestadt Straftaten "von erheblicher Bedeutung" begangen haben. Bisher sei es nicht möglich gewesen, die Verdächtigen mit anderen Mitteln zu identifizieren.

Vor der Veröffentlichung der Fotos erwirkte die Staatsanwaltschaft entsprechende Beschlüsse des zuständigen Hamburger Amtsgerichts. Die Suche steht im Zusammenhang mit den Ausschreitungen und Plünderungen während des Gipfels.

Bei vorherigen Fahndungswellenwurden einige Tatverdächtige identifiziert. Allerdings gab es Kritik an der Verhältnismäßigkeit der Öffentlichkeitsfahndung und Zweifel am Nutzen der Methode. Kurz vor Weihnachten 2017 etwa hatte die Polizei erstmals per Öffentlichkeitsfahndung nach mutmaßlichen G20-Tätern gesucht. Fotos von 104 Personen waren damals veröffentlicht worden. 35 wurden identifiziert; es gab zwei Anklagen und einen Strafbefehl.

Während des Treffens der Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten im Juli 2017 in Hamburg war es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Tausende Gipfelgegner griffen Polizisten an, setzten Autos in Brand und plünderten Geschäfte. Es gab aber auch scharfe Kritik an den Behörden und der Polizei, weil Bürger sich den Randalierern hilflos ausgeliefert fühlten und Beamte als Prügler auffielen.

Im Video: G20-Ausschreitungen - Als Hamburg brannte

SPIEGEL TV

sen/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.