Mutmaßlicher Laserpointer-Angriff bei G20-Gipfel 27-Jähriger zu Bewährungsstrafe verurteilt

Ein Hamburger Gericht hat einen Mann wegen eines Laserpointer-Angriffs beim G20-Gipfel schuldig gesprochen. Der 27-Jährige will das Urteil voraussichtlich nicht akzeptieren.

Der Angeklagte neben seinem Anwalt Oliver Klostermann im Amtsgericht Altona (Archiv)
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Der Angeklagte neben seinem Anwalt Oliver Klostermann im Amtsgericht Altona (Archiv)


Im Prozess zu einem Laserpointer-Angriff auf einen Polizeihubschrauber während des G20-Gipfels ist der Angeklagte zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der 27-Jährige hat sich nach Überzeugung des Amtsgerichts Hamburg-Altona des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr sowie der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht.

"Das Gericht ist davon überzeugt, dass es der Angeklagte war, der das Lasergerät bediente", sagte die Richterin. Der Mann hatte laut Urteil am 6. Juli 2017 mehrere Stöße eines grünen Laserlichts aus dem Fenster einer Dachgeschosswohnung in Richtung des Polizeihubschraubers abgegeben, der über Altona kreiste.

Zu einer konkreten Gefährdung für die Besatzung sei es zwar nicht gekommen, es habe jedoch ein "unkalkulierbares Risiko" bestanden, befanden die Richter. Pilot und Co-Pilot hatten vor Gericht angegeben, jeweils im rechten Auge von dem Laserlicht geblendet worden zu sein. Der Pilot behauptete, er habe nach dem Vorfall mehrere Sekunden lang nichts sehen können und es sei zu einem erheblichen Höhenabfall des Hubschraubers gekommen.

Das Gericht sieht dagegen eine Blendung eines einzelnen Auges sowie eine Verletzung von einem Gutachter als widerlegt an. Auch sei es nicht zum Höhenabfall des Helikopters gekommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung gefordert. Die Verteidigung hatte auf einen Freispruch plädiert und die Zeugenaussagen des Hubschrauberpiloten als erlogen bezeichnet. Sie kündigte an, wahrscheinlich in Revision zu gehen. "Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Angeklagte nicht der Täter ist", sagte der Anwalt des 27-Jährigen. Dieser erwäge außerdem, den Piloten wegen Falschaussage anzuzeigen.

bbr/dpa



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