Sex- und Alkoholeskapaden Hamburg schickt Berliner G20-Polizisten nach Hause

Drei Einsatzhundertschaften aus Berlin sollten die Hamburger Polizei beim G20-Einsatz unterstützen. Doch die Gäste benahmen sich in ihrer Unterkunft offenbar so daneben, dass sie abreisen müssen.


Die Hamburger Polizei hat drei Einsatzhundertschaften aus Berlin wegen gravierenden Fehlverhaltens aus dem G20-Einsatz entlassen. Das bestätigte ein Hamburger Polizeisprecher. Die Einheiten waren demnach seit Sonntag in einem Containerdorf untergebracht, das ursprünglich für Asylbewerber errichtet worden war. Zuerst hatte die Berliner Zeitung "BZ" darüber berichtet.

Wie dem SPIEGEL aus Polizeikreisen bestätigt wurde, sollen Beamte im Camp öffentlich Geschlechtsverkehr gehabt haben. Außerdem habe es Partylärm und Sachbeschädigungen gegeben. Beamte sollen an einen Zaun uriniert haben. Nach Informationen des SPIEGEL hatten Polizisten aus Nordrhein-Westfalen auf das Fehlverhalten ihrer Kollegen aufmerksam gemacht.

In der internen Kommunikation von Beamten, die dem SPIEGEL vorliegt, heißt es, die aus Hamburg verbannten Bereitschaftspolizisten sollten in Berlin angeblich mit einer Willkommensparty ihrer Kollegen empfangen werden.

Bilder der Unterkunft wiederum zeigen eine feiernde Menge zwischen Wohncontainern, einzelne Beamte recken grölend ihre Arme in die Luft. Auch scheinen die Berliner Polizisten mehrere Wasserpfeifen in die Unterkunft mitgebracht zu haben. Fotos, die offenbar am Morgen nach der Feier entstanden sind, dokumentieren die Intensität der Party: Stühle wurden zu Haufen aufgetürmt, Flaschen, Dosen und Müll liegen zwischen den Unterkünften.

Die Bleibe der Polizei in Bad Segeberg war zuvor noch nicht bewohnt worden. Der Sicherheitsdienst habe die Vorfälle dokumentiert, heißt es. Die Berliner Polizei teilte mit, die verdächtigen Beamten müssten nun intern Stellung nehmen. Es werde Konsequenzen geben. Ein Sprecher der Hamburger Polizei sagte: "Das Verhalten ist nicht hinnehmbar."

Die Hundertschaften waren bislang noch nicht im Einsatz gewesen. Sie sollten ursprünglich bis Mittwoch bleiben und im Vorfeld des G20-Gipfels, der am 7. Juli beginnt, die Hamburger Kollegen unterstützen.

jdl/sms



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