Oma und Enkel in Gaggenau getötet Ermittler rätseln über Unfallhergang

Ein Autofahrer erfasst mit seinem Wagen eine Großmutter und ihren Enkel, verletzt beide tödlich, begeht Unfallflucht: Ermittler versuchen, die tödliche Fahrt in Gaggenau bis ins Detail zu rekonstruieren.

Unfallstelle in Gaggenau
DPA

Unfallstelle in Gaggenau


Ein 47-Jähriger soll in Gaggenau eine Oma und ihren sieben Monate alten Enkel mit dem Auto tödlich verletzt und danach Fahrerflucht begangen haben. Der Verdächtige bestreitet eine Beteiligung an den Unfall - ansonsten schweigt er. Der Mann war zwischenzeitlich festgenommen worden, kam aber wieder frei. Ob er am Sonntag erneut befragt werden soll, ist unklar. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht ermittelt.

Nach Erkenntnissen der Polizei war der Autofahrer am Freitagabend mit seinem Wagen in der Gaggenauer Goethestraße unterwegs. Erlaubt ist dort Tempo 50. Aus zunächst unbekannter Ursache kam er nach rechts von der Straße ab. Auf dem Gehweg parallel zur Fahrbahn erfasste er die Frau und ihren Enkel, der laut Polizei wohl im Kinderwagen lag. Die 54-Jährige starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Ein Rettungshubschrauber brachte das Kind mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik, wo es am frühen Samstagmorgen ebenfalls starb.

Statt den Opfern zu helfen, war der Fahrer nach dem Unfall in die Innenstadt geflüchtet. Den Angaben zufolge hatten die Ermittler das Kennzeichen des mutmaßlichen Unfallwagens am Unfallort gefunden. Die Polizei machte den 47-jährigen Verdächtigen noch am Abend bei einem Bekannten im Raum Gaggenau ausfindig. Dabei fanden die Beamten auch einen schwer beschädigten Wagen, der dem Mann gehören soll. Den Ermittlern zufolge handelt es sich um einen blauen Renault Mégane, Baujahr 2013.

Ein Sachbearbeiter der Verkehrspolizei Baden-Baden sagte der Nachrichtenagentur dpa, der Mann habe am Abend des Unfalls Alkohol getrunken: "Es wurde Atemalkohol nachgewiesen." Unklar sei allerdings, wann der 47-Jährige getrunken habe - vor dem Unfall am Freitagabend oder erst danach in den etwa zweieinhalb Stunden bis zu seiner vorläufigen Festnahme. Die Ergebnisse einer Blutuntersuchung sollen in einer Woche vorliegen

Ermittler wollen die tödliche Fahrt nun mit Hilfe von Experten und Zeugenaussagen rekonstruieren. Eine zentrale Rolle spielt das mutmaßliche Unfallauto. Auch die Spuren am Kinderwagen und Fotos vom Unfallort seien wichtig, um den Fall zu klären, sagte ein Polizeisprecher.

"Durch die bisherigen Ermittlungen können die Minuten nach dem tödlichen Unfall und die Flucht des mutmaßlichen Täters nur in Teilen nachvollzogen werden", hieß es von der Polizei. "Auch zu den Sekunden vor dem tragischen Unglück fehlen den Ermittlern der Verkehrspolizeidirektion noch wichtige Details."

ulz/dpa



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