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12. August 2012, 00:57 Uhr

Gefälschte Glimmstängel

Zoll warnt vor Zigaretten mit giftigen Fremdstoffen

Metallsplitter, Rattenkot und Mäuseteile: Fahnder des Zolls schlagen Alarm. Gefälschte Zigaretten enthielten zunehmend gefährliche Fremdstoffe. 200 Millionen dieser hochgiftigen Glimmstängel wurden einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr beschlagnahmt - Tendenz deutlich steigend.

Köln - Raucher leben gefährlich - vor allem, wenn sie gefälschte Glimmstängel konsumieren. Die in Deutschland beschlagnahmten Schmuggelzigaretten enthalten in dramatisch gestiegenem Ausmaß giftige Fremdstoffe, Metallsplitter, Rattenkot und Mäuseteile. Dies belegen Zahlen des Kölner Zollkriminialamts.

"Die gefundenen Fremdstoffe im Tabak von gefälschten und illegalen Zigaretten haben dramatisch zugenommen. Wir haben gesundheitsgefährdende Kautschukpartikel aus Autoreifen, Kunststoffteile aus geschredderten CDs, Nylonfäden, Metallsplitter, Rattenkot und Mäuseteile in Schmuggel-Zigaretten gefunden", heißt es in einem Bericht der "Bild am Sonntag".

So seien allein im Juli 1,5 Millionen gefälschte Zigaretten im Hamburger Hafen aus China sichergestellt worden, in deren Tabak kleine Metallteile steckten. Bayrische Fahnder beschlagnahmten zudem stangenweise Zigaretten aus einer illegalen russischer Produktion, die mit Nylonfäden versetzt sind. Im Ruhrgebiet fanden die Zollfahnder in einer Lagerhalle eine illegale Zigarettenproduktion mit ballenweise Rohtabak, Filter und Papier - in den Zigaretten seien Fell- und Schwanzüberreste von Mäusen gewesen.

Die Behörden haben die gezielten Analysen und Kontrollen der sichergestellten Zigaretten mit Hilfe eines zolleigenen Systems verstärkt. Das Ergebnis: "Die Müllzigaretten sind für Konsumenten schädlich. Die Raucher verbrennen den Müll über die eigene Lunge", so die Zollfahnder.

2011 wurden knapp 200 Millionen dieser hochgiftigen Zigaretten sichergestellt. Im ersten Halbjahr 2012 ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent angestiegen. Die meisten Fälschungen stammten demnach aus China und Russland.

lei

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