Überfüllte Anstalt 30 Tote bei Kämpfen in bolivianischem Gefängnis

Unter den Opfern ist auch ein kleines Kind: In einem Gefängnis in Bolivien sind bei Kämpfen zwischen Häftlingen 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei konnte die Auseinandersetzung erst nach zwei Stunden stoppen.


La Paz - Bei einem Streit zwischen rivalisierenden Gruppen sind in einem bolivianischen Gefängnis 30 Menschen gestorben. Das teilte Innenminister Carlos Romero auf einer Pressekonferenz mit. 52 Insassen der Haftanstalt Palmasola erlitten demnach Brand- und Stichwunden.

Eine Gruppe von Häftlingen war laut Polizei am frühen Morgen in einen anderen Trakt eingedrungen und hatte dort Feuer gelegt. Mehrere Tanks mit Propangas seien explodiert. Unter den Opfern sei auch ein Kind im Alter von eineinhalb Jahren, das bei seinen Eltern in der Haftanstalt untergebracht war.

Im größten Gefängnis Boliviens, 20 Kilometer südlich von Santa Cruz de la Sierra, sitzen laut Innenminister rund 5000 Häftlinge in einer Art Gefangenendorf ein. Zahlreiche Kinder leben bei ihren inhaftierten Eltern. Das Wachpersonal hält sich nur außerhalb der Haftanstalt auf. Intern halten die Häftlinge ein eigenes Verwaltungs- und Machtsystem aufrecht. Die Polizei brauchte zwei Stunden, um die kämpfenden Gruppen voneinander zu trennen und das Feuer zu löschen.

Präsident Evo Morales äußerte sich bestürzt über die blutigen Auseinandersetzungen. Das Hochsicherheitsgefängnis ist wie viele andere Haftanstalten in Bolivien deutlich überfüllt. Der betroffene Gefängnisteil sei für 150 bis 200 Häftlinge ausgelegt, doch zuletzt seien dort 500 Gefangene untergebracht gewesen, teilte der Direktor der bolivianischen Strafvollzugsbehörde mit.

hut/dpa/AFP



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