Geiselnahme: Brasilianische Häftlinge protestieren gegen schlechte Zustände

Bewaffnete Häftlinge haben im Nordosten von Brasilien einen Tag lang ein Gefängnis unter ihre Kontrolle gebracht. Sie gaben erst auf, als die Behörden bessere Haftbedingungen zusicherten.

Gefängnisrevolte in Brasilien: Nach einem Tag beendeten die Häftlinge den Aufstand Zur Großansicht
AP/Secretaria de Estado de Seguranca Publica de Sergipe

Gefängnisrevolte in Brasilien: Nach einem Tag beendeten die Häftlinge den Aufstand

Rio de Janeiro - Im brasilianischen Aracaju ist eine Geiselnahme in einem Gefängnis unblutig zu Ende gegangen. Die Häftlinge hatten am Sonntag rund 130 Besucher und drei Justizbeamte in ihre Gewalt gebracht.

Brasilianischen Medien zufolge forderten sie den Austausch der Gefängnisleitung, schnellere Gerichtsverfahren und bessere Haftbedingungen. Die Insassen beendeten die Revolte nach mehr als 24-stündigen Verhandlungen am Montag, weil die Behörden zusicherten, die Bedingungen im Gefängnis zu verbessern.

Bei dem Aufstand sei niemand verletzt, nur ein Wachhund getötet worden, berichtete die Zeitung "O Estado de Sao Paulo". Die lokalen Behörden verpflichteten sich, die Klagen wegen Misshandlungen im Gefängnis zu untersuchen. Die Polizei verlegte fünf der mutmaßlichen Rädelsführer in andere Haftanstalten des Landes.

Das Gefängnis in Aracaju war ursprünglich für 2000 Häftlinge ausgelegt. Es sollen aber bis zu 4000 Gefangene dort untergebracht sein. Ihnen wurden unter anderem schnellere Haftprüfungsverfahren, eine Ausweitung der TV-Programme sowie eine bessere Kontrolle gegen mutmaßliche Übergriffe durch das Wachpersonal zugesichert.

Die rund 500 Gefängnisse in Brasilien sind meist veraltet und überfüllt. Insassen werden oft misshandelt. Daher kommt es häufig zu Revolten mit Todesopfern und Fluchtversuchen.

kha/dpa/AFP

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