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Untersuchung zum Tathergang: Geisel in Sydney starb durch Polizeischüsse

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AFP

Todesopfer der Geiselnahme in Sydney: Katrina D. starb durch Querschläger der Polizei

Er bestellte Schokokuchen, dann drohte er mit einer Bombe: In Sydney sind Details zur Geiselnahme vom Dezember bekannt geworden. Ein Ergebnis: Der Attentäter erschoss nur eine Geisel, die andere starb im Kreuzfeuer der Polizei.

Sydney - Drei Tote, sechs Verletzte, das ist die traurige Bilanz der Geiselnahme in Sydney Mitte Dezember. Nun haben die Ermittler erste Ergebnisse zum Tathergang publik gemacht: Eines der Todesopfer der Geiselnahme ist durch Polizeischüsse gestorben.

Katrina D. sei bei der Erstürmung des belagerten Cafés durch die Polizei von sechs Querschlägern getroffen worden, sagte Anwalt Jeremy Gormly bei der gerichtlichen Untersuchung, die ähnlich einer Gerichtsverhandlung abläuft. Die Kugeln seien von harten Oberflächen abgeprallt, eine habe eine Hauptarterie getroffen.

Die andere getötete Geisel, Tori J., sei von dem Geiselnehmer erschossen worden. Man Haron Monis habe den 34-Jährigen gezwungen, sich hinzuknien, dann habe er ihm mit einem abgesägten Gewehr von hinten in den Kopf geschossen. Ein Polizist beobachtete die Hinrichtung - und gab daraufhin das Signal zum Zugriff.

Wie der "Sydney Morning Herald" berichtet, betrat Monis das Lindt Café um 8.33 Uhr, in der Hand eine blaue Plastiktüte, in der er offenbar die Waffe versteckt hatte. Er bestellte ein Stück Schokoladenkuchen und eine Tasse Tee. Nachdem er den Kuchen gegessen hatte, bat er um einen anderen Platz, von dem aus er das Café besser überblicken könne. 30 Minuten später verlangte er nach dem Manager, seinem späteren Opfer, Toni J.

Seine Mitarbeiter hätten an seiner Körpersprache sofort erkannt, dass etwas nicht in Ordnung war, zitiert die Zeitung Anwalt Gormly. Mit leiser Stimme habe Toni J. einen Kollegen gebeten, die Tür abzuschließen. Kaum sei diese verschlossen gewesen, habe Monis eine Weste und ein Stirnband angezogen und gerufen: "Ich habe eine Bombe!"

Den 18 Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt im Café befanden, befahl Monis, sich mit erhobenen Händen an die Glasscheibe zu stellen, zwei mussten eine islamistische Flagge hochhalten.

Um 9.44 Uhr setzte Toni J. einen Notruf ab: "Australien wird vom 'Islamischen Staat' angegriffen", sagte er. "Es gibt mehrere ferngesteuerte Bomben am Martin Place, am Circular Quay und in der George Street."

Monis sagte, er habe eine Bombe im Rucksack und werde auch Geiseln erschießen. Die ersten fünf Schüsse feuerte er um kurz nach 2 Uhr früh ab, als sieben Geiseln gleichzeitig die Flucht gelang.

Bei der Stürmung des Cafés setzten die Polizisten zunächst elf Blendgranaten ein. Zwei Schützen schossen insgesamt 22-mal auf den Geiselnehmer, der wiederum zwei Schüsse abfeuerte. Zwei Geschosse trafen ihn im Kopf, elf am Körper. Laut Polizei war er sofort tot.

vet/AFP/AP

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