Video aus Frankreich Polizist verprügelt Gelbwesten-Aktivist mit Schlagstock

In Frankreich sorgt ein Youtube-Video von Polizeigewalt für Empörung: Darauf ist zu sehen, wie ein Beamter mit einem Schlagstock auf einen Gelbwesten-Demonstranten einschlägt.

Polizeieinsatz in Quimper
AFP

Polizeieinsatz in Quimper


Im bretonischen Quimper haben am Samstag etwa 800 Menschen gegen die Politik von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron protestiert. Am Rande der Demonstrationen kam es zu einem gewaltsamen Übergriff auf einen Aktivisten.

Auf einem in den sozialen Netzwerken verbreiteten Handy-Video ist zu sehen, wie ein junger Mann von vier Bereitschaftsbeamten festgehalten wird und offensichtlich dazu bewegt werden soll, eine Brücke zu verlassen. Der Gelbwesten-Aktivist klammert sich an das Brückengeländer, während einer der Polizisten ihn mit einem Schlagstock auf den Rücken schlägt. Das Video wurde bis Montag fast 700.000-mal auf Twitter und Facebook angeklickt.

Bei dem Demonstranten soll es sich um einen Mann namens Max Barré handeln. "Ich wurde ohne Grund geschlagen", sagte der 25-Jährige nach dem Vorfall. Die Polizisten hätten ihn unter anderem am Kopf und an den Fingern verletzt. Er werde nun Anzeige erstatten.

Ein Gelbwesten-Vertreter erklärte, die Polizisten seien mit einer Flasche beworfen worden und hätten daraufhin Barré wahllos aus der Menge herausgegriffen. Die Präfektur wollte zu dem Vorfall keine Stellung nehmen. Sie gab lediglich bekannt, dass neun Demonstranten in Gewahrsam genommen worden seien und man die Gewaltbereitschaft angereister Aktivisten verurteile.

Die Gelbwesten demonstrieren seit fast vier Monaten gegen Macrons Politik und übermäßige Gewaltanwendung durch die französische Polizei. Sie werfen dem Staatschef eine Politik für die Reichen und die Missachtung der sozial Schwächeren vor.

Laut Innenministerium wurden seit Beginn der Proteste etwa 2200 Demonstranten verletzt. Unter dem Druck der Öffentlichkeit beschloss Macron eine Reihe von Reformen und leitete eine nationale Debatte ein, um mit den Bürgern über ihre Forderungen zu diskutieren.

Diese Zugeständnisse reichen vielen Gelbwesten nicht - dennoch macht sich in der Bewegung eine gewisse Müdigkeit breit. Die Zahl der protestierenden Gelbwesten war zuletzt auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Demonstrationen gesunken.

ala/dpa



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