Geldautomat gesprengt Tatverdächtiger auf Flucht tödlich verunglückt

Im Emsland ist ein mutmaßlicher Bankräuber verunglückt, als er in einem Auto vom Tatort floh. Zwei Mitfahrer wurden verletzt und müssen sich nun vor Gericht verantworten.

Sparkassenfiliale in Meppen: Geldautomat in die Luft gejagt
DPA

Sparkassenfiliale in Meppen: Geldautomat in die Luft gejagt


Am Mittwochmorgen gegen 4.20 Uhr war in der Haselünner Straße in Meppen ein lauter Knall zu hören: Ein Geldautomat war explodiert und hatte ein großes Loch in die Fassade einer Sparkassenfiliale gerissen.

Kurz darauf ereignete sich unweit des Tatorts ein Unfall: Drei Männer in einem dunklen Audi kamen bei überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab, kollidierten mit einem entgegenkommenden Lastwagen und krachten dann gegen einen Baum.

Einer der Männer starb noch im Pkw, ein weiterer wurde lebensgefährlich verletzt, wie ein Polizeisprecher in Lingen sagte. Dem dritten Täter gelang nach dem Unfall noch die Flucht zu Fuß, er konnte aber kurze Zeit später festgenommen werden. In dem verunglückten Fahrzeug wurde eine Mülltüte mit Bargeld gefunden. Eine Sonderkommission des Landeskriminalamtes Niedersachsen hat die Ermittlungen aufgenommen.

Tüte mit Bargeld, das mutmaßlich aus der Sparkasse stammt
DPA

Tüte mit Bargeld, das mutmaßlich aus der Sparkasse stammt

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück beabsichtigt, gegen die beiden Täter beim Amtsgericht in Meppen Haftbefehle unter anderem wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit gewerbsmäßigen Diebstahls im besonders schweren Fall zu erwirken.

Die Geldautomaten-Sprengung war bereits der 18. Fall dieser Art in der Region seit Sommer 2015. Bei ihren Überfällen leiten die Täter ein brennbares Gas mithilfe von Schläuchen in die Geldautomaten und bringen diese zur Explosion. Die Schäden an den betroffenen Gebäuden sind erheblich, aber auch Passanten und Angestellte sind durch die Anschläge gefährdet.

Die Täter fliehen in der Regel mit hochmotorisierten Kraftfahrzeugen in Richtung Niederlande. In Einzelfällen konnten hohe Geldbeträge erbeutet werden.

ala/dpa



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