Genehmigung Kindermörder Gäfgen darf Stiftung gründen

Die von dem Kindermörder Magnus Gäfgen geplante Stiftung zur Hilfe von Gewaltopfern hat einem Zeitungsbericht zufolge doch noch Chancen auf eine Genehmigung. Demnach haben die Behörden keine Bedenken mehr gegen den umstrittenen Plan des Mannes, der 2002 einen Elfjährigen ermordete.


Hamburg - Die Gründung einer Stiftung auf Initiative des Kindermörders Magnus Gäfgen wird einem Zeitungsbericht zufolge offenbar nun doch genehmigt: Die "Rhein-Zeitung" aus Koblenz berichtet, die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier habe keine Bedenken mehr gegen die Einrichtung. Dies habe sie Gäfgens Anwalt Michael Heuchemer mitgeteilt. Dieser wird mit den Worten zitiert: "Es wird unsere Stiftung mit dem von Anfang an konzipierten Stiftungszweck geben."

Dem Bericht zufolge wird der Mörder des elfjährigen Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler nach neuen Entwürfen nicht mehr Namensgeber der Stiftung sein, die Gewaltopfer unterstützen will. Gäfgen werde dem Stiftungsvorstand als einer von zwei stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden oder als Beisitzer angehören, hieß es. Heuchemer sei designierter Vorstandsvorsitzender und Stifter.

Die ADD hatte die Gründung der Stiftung im August 2006 mit der Begründung abgelehnt, sie verstoße gegen die guten Sitten. Die Trierer Behörde ist für die Entscheidung über den Stiftungsantrag zuständig, weil die Kanzlei von Gäfgens Anwalt ihren Sitz im rheinland-pfälzischen Bendorf hat. Das Gründungskapital der Stiftung müsste nach Landesrecht mindestens 25.000 Euro betragen.

Gäfgen ist wegen Entführung und Ermordung des elfjährigen Jakob zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Heuchemer hatte erklärt, die Stiftung solle Kindern und Jugendlichen helfen, die als Opfer einer Straftat die Kosten für die Rechtsverfolgung nicht selbst aufbringen könnten. Sie sei ein Versuch, "ein kleines Gegensymbol zu dem geschehenen Unrecht aus dem Jahr 2002 zu setzen".

kaz/AP/ddp



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