US-Bundesstaat Georgia Jury spricht Vergewaltigungsopfer eine Milliarde Dollar zu

In Georgia vergewaltigte ein Wachmann eine 14-Jährige. Eine Jury hat nun entschieden: Ihr steht eine Milliarde Dollar zu. Ob so viel Geld fließt, ist zweifelhaft.

Flagge des US-Bundesstaats Georgia
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Eine Gerichtsjury hat im US-Bundesstaat Georgia entschieden, dass eine Sicherheitsfirma eine Milliarde Dollar Entschädigung an eine Frau zahlen muss. Ein Angestellter hatte vor sechs Jahren die damals 14-Jährige vergewaltigt - und zwar in einem Wohnkomplex, den er bewachen sollte.

Im Oktober 2012 war das Opfer mit seinem Freund draußen vor dem Gebäude, um zu feiern. Der bewaffnete Wachmann näherte sich, befahl dem Freund, sich nicht zu bewegen und verging sich an dem Mädchen.

Der Mann wurde in einem Strafverfahren für schuldig befunden; er sitzt laut "New York Times" seit 2016 eine 20-jährige Freiheitsstrafe ab. Er hätte gar nicht als bewaffneter Sicherheitsmann angestellt werden dürfen, da ihm dafür die Erlaubnis fehlte.

2015 reichte die Mutter des Opfers Zivilklage gegen die Firma ein. Da ein Richter bereits entschieden hatte, dass das Unternehmen haften müsse, sollte die Jury nun nur über die Höhe des Schadens urteilen. Nach der Verkündigung ihrer Entscheidung umarmten die Jurymitglieder die Frau und ihre Mutter.

Signal an die Firma

Entschädigungen in Millionenhöhe sind in den USA keine Seltenheit. Doch eine so hohe Summe ist laut dem Experten Jeff Dion einmalig, er ist Mitglied der "National Crime Victim Bar Association", einer NGO, die sich für Verbrechensopfer einsetzt. Die Jury habe wohl der Firma ein Zeichen senden wollen. Laut dem Anwalt des Opfers gibt es in der Rechtswelt keine Richtschnur dafür, wie hoch eine Entschädigung nach einer Vergewaltigung sein kann.

Dass die Frau bald Milliardärin wird, ist unwahrscheinlich. Die Firma kann die Entscheidung anfechten, sagte Rechtsprofessorin Jessica Gabel Cino von der Georgia State University. Ein Berufungsgericht werde die Angemessenheit der Summe prüfen, sie etwa mit anderen Entscheidungen in ähnlichen Fällen vergleichen. Wahrscheinlich werde die Entschädigung dann niedriger ausfallen, sagte Cino.

jpz/AP

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