Gepanschter Alkohol: Verkaufsverbot für Hochprozentiges greift nicht

Trotz eines Verkaufsverbots für Hochprozentiges ist in Tschechien weiterhin mit Methanol gepanschter Alkohol im Umlauf. Mindestens 20 Menschen sind durch die hochgiftigen Getränke gestorben, auch im Nachbarland Slowakei kam es zu Vergiftungen.

Prag/Bratislava - In Tschechien ist weiter hochgiftiger Schnaps im Umlauf. Mindestens 20 Menschen sind bislang nach dem Genuss von mit Methanol gepanschtem Alkohol gestorben. Ärzte in Ostrau meldeten den Tod einer Frau, die verdächtigen Rum getrunken hatte. Im Osten des Landes wurde ein älteres Ehepaar in eine Klinik eingeliefert. Auch in Prag kam es zu neuen Vergiftungsfällen.

Das seit Freitag gültige Verkaufsverbot für Getränke mit mehr als 20 Prozent Alkohol zeigt damit bisher keine durchgreifende Wirkung. Es betrifft landesweit den Einzel- und Großhandel, Restaurants, Kneipen und Straßenverkäufe.

In dem Skandal hat die Polizei bislang 23 Verdächtige gefasst. Darunter soll erstmals einer der Hintermänner der Giftpanscherei sein. Nach einem Bericht der Zeitung "Lidove Noviny" gehen die Ermittler dem Verdacht nach, der gefährliche Methylalkohol könne aus Scheibenreiniger für Autos stammen.

Auch in der Slowakei wurden erste Fälle von Vergiftungen mit gepanschtem Alkohol aus Tschechien bekannt. Das berichtete der Nachrichtensender TA3 unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Für eine private Geburtstagsfeier in Kapusany habe ein Slowake zehn Liter Schnaps per Internet aus Tschechien bestellt. Nach Hinweisen der tschechischen Polizei seien alle Besucher der Feier zur Untersuchung ins Krankenhaus aufgerufen worden. Bei vier Personen seien dabei Vergiftungen festgestellt worden, die aber allesamt nicht lebensbedrohend seien.

ulz/dpa

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