Ehemaliger KZ-Wachmann Gericht erklärt Hans Lipschis für verhandlungsunfähig

Als SS-Mann soll Hans Lipschis im Konzentrationslager Auschwitz Beihilfe zum Massenmord geleistet haben. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Doch das Landgericht Ellwangen bezweifelt die Verhandlungsfähigkeit des 94-Jährigen.

KZ Auschwitz (undatiertes Foto): Hier soll Hans Lipschis Beihilfe zum Massenmord geleistet haben
REUTERS

KZ Auschwitz (undatiertes Foto): Hier soll Hans Lipschis Beihilfe zum Massenmord geleistet haben


Stuttgart - Hans Lipschis ist verhandlungsunfähig. Deswegen komme der angeklagte Ex-Wachmann aus dem Konzentrationslager Auschwitz auf freien Fuß, teilte das Landgericht Ellwangen mit. Der Haftbefehl gegen Lipschis wurde aufgehoben. Er sollte wegen Beihilfe zu hundertfachem Mord vor Gericht gestellt werden.

Angesichts einer beginnenden Demenz sei es sehr wahrscheinlich, dass der 94-Jährige "einem Strafprozess von dieser Größenordnung, Komplexität und Dauer nicht mehr ausreichend folgen und sich deshalb gegen die schwerwiegenden Anklagevorwürfe nicht mehr angemessen verteidigen kann", teilte das Gericht mit.

Lipschis ist seit dem 6. Mai in Untersuchungshaft im Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg bei Stuttgart. Er ist gebürtiger Litauer. Laut Staatsanwaltschaft Stuttgart lebte der Mann nach Kriegsende zunächst in Norddeutschland, wanderte 1956 aber nach Chicago aus. Ende 1982 wurde er aus den USA ausgewiesen, seither lebte er im Ostalbkreis.

wit/dpa



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