Gerichtsbeschluss Radio darf für Beerdigungs-Gewinnspiel werben

"Gewinne deine eigene Beerdigung": Mit dieser Kampagne haben ein Bestattungsunternehmen und ein Radiosender für Empörung gesorgt. Jetzt erklärte ein Gericht die Werbemaßnahme für zulässig - sie habe nicht die Menschenwürde verletzt.


Aschaffenburg/Düsseldorf - Das letzte Wort hatte die Justiz: Ein Aschaffenburger Privatradio hat mit einer Werbekampagne für das Gewinnspiel "Gewinne deine eigene Beerdigung" nicht gegen ein Gesetz verstoßen. Das hat das Landgericht Aschaffenburg am Donnerstag klargestellt.

Die wie eine Todesanzeige aufgemachte Werbung war am 23. Januar in einer Zeitung erschienen und hatte auf das Gewinnspiel hingewiesen. Die Hörer wurden dazu aufgerufen, dem Sender ihre womöglich "letzten Worte" mitzuteilen. Derjenige mit der "coolsten Antwort" sollte eine Sterbeversicherung im Wert von 3000 Euro bekommen.

Der Bundesverband Deutscher Bestatter aus Düsseldorf beantragte daraufhin bei Gericht, dem Sender und einem örtlichen Bestatter, der als Sponsor auftrat, die Werbeanzeige zu untersagen.

Wie die Kammer mitteilte, kann solch eine Werbekampagne nicht einfach verboten werden, weil sie gegen den guten Geschmack oder gegen das sittliche Empfinden von Teilen der Bevölkerung verstoße. Die Werbung sei nicht unlauter gewesen und habe auch nicht die Menschenwürde verletzt.

Vielmehr stelle die Anzeige des Radiosenders und des Bestatters eine geschäftliche Handlung dar, die die Interessen von Mitbewerbern und Verbrauchern nicht spürbar beeinträchtige. Ob das Gewinnspiel selbst rechtens war, hatte das Gericht nicht zu entscheiden.

sto/dpa

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