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Gerichtsurteil: Kind hat zwei Mütter und einen Vater

Ein fünfjähriger Junge aus Kanada hat nach einem Gerichtsurteil ab sofort drei Elternteile: die leibliche Mutter, die Partnerin der Mutter und den Vater, der die Samen gespendet hatte. Ein Gericht in niedrigerer Instanz hatte nur eine Mutter vorgesehen.

Hamburg - Das lesbische Paar hatte entschieden, dass der biologische Vater auch eine Rolle im Leben des Kindes spielen sollte. Deshalb erkannte die leibliche Mutter des Kindes die Vaterschaft an, machte damit aber eine Adoption des Kindes durch ihre Lebensgefährtin unmöglich.

In ihrem Urteil verwiesen die Berufungsrichter darauf, dass die beiden Frauen bereits seit 1990 in einer stabilen Beziehung lebten und Ende der neunziger Jahre entschieden hätten, mit Hilfe eines männlichen Freundes eine Familie zu gründen. Die bisherige Gesetzsprechung sei veraltet, sie hätten mit ihrem Urteil im "besten Interesse" für das Kind entschieden.

Mehrere Familienschutzorganisationen kritisierten das Urteil. Die Angriffe auf die Familie "werden darin münden, dass sie unsere Gesellschaft zerstören", erklärte Mary Ellen Douglas von der " Kampagne für das Leben". Die Juristin Nicole LaViolette von der Universität von Ottawa betonte jedoch, dass es sich lediglich um eine Einzelentscheidung gehandelt habe. Entscheidungen im Zusammenhang mit Kindern würden stets von Fall zu Fall entschieden, weshalb die Entscheidung nicht zwangsläufig für viele Menschen gelten werde.

bri/AFP

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