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Germanwings-Absturz: Angehörige wollen Lufthansa-Flugschule verklagen

Gedenkstätte für die Opfer des Absturzes in Le Vernet Zur Großansicht
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Gedenkstätte für die Opfer des Absturzes in Le Vernet

Vor fast einem Jahr zerschellte Germanwings-Flug 4U9525 in den Alpen, jetzt wollen die Angehörigen der Opfer vor Gericht ziehen: Von der Lufthansa-Flugschule in den USA fordern sie Entschädigungen in Millionenhöhe.

Die Hinterbliebenen der Germanwings-Katastrophe wollen die Flugschule der Lufthansa im US-Bundesstaat Arizona auf Schadensersatz verklagen. Die US-Kanzlei, die mit der millionenschwere Zivilklage beauftragt sei, werde diese voraussichtlich noch vor dem Jahrestag des Absturzes in diesem Monat bei einem Gericht in Phoenix einreichen, sagte der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Christof Wellens, der einen großen Teil der Betroffenen vertritt.

Die Flugschule in Goodyear bei Phoenix hatte den Co-Piloten Andreas Lubitz ausgebildet, der den Ermittlern zufolge die Maschine mit 150 Menschen an Bord absichtlich zum Absturz brachte. "Lubitz hat seine Pilotenausbildung 2009 wegen psychischer Probleme unterbrochen. Aus unserer Sicht hätte er danach keine Fluglizenz bekommen dürfen", sagte Wellens.

In den USA können demnach pro Absturzopfer bis zu fünf Millionen Dollar geltend gemacht werden. Die Ansprüche müssten aber individuell begründet und errechnet werden, sagte Wellens. Es gehe um Schmerzensgeld, wirtschaftliche Verluste, Unterhaltsansprüche, Kosten für die Reisen zu den Gräbern sowie die Kosten für die psychologische Betreuung. Eine Gesamthöhe der Ansprüche nannte Wellens nicht.

20- bis 30-facher Entschädigungsbetrag?

Die Anwälte der Angehörigen hatten der Lufthansa mehrfach mit einer Zivilklage in den USA gedroht, wo deutlich höhere Ansprüche geltend gemacht werden könnten. Über die juristische Konstruktion war aber bislang Stillschweigen bewahrt worden.

Wellens und der Berliner Rechtsanwalt Elmar Giemulla vertreten Angehörige von Opfern des Unglücks vom 24. März 2015. Entschädigungsangebote des Germanwings-Mutterkonzerns Lufthansa hatten sie als zu niedrig abgelehnt. In den USA sei teilweise mit dem 20- oder 30-fachen Entschädigungsbetrag des deutschen Schadensersatzrechts zu rechnen.

Für jedes Opfer war nach Angaben von Germanwings eine Soforthilfe von 50.000 Euro gezahlt worden. Dazu sollen 25.000 Schmerzensgeld für jeden Toten gezahlt werden. Nächste Angehörige sollten ohne weitere Prüfung 10.000 Euro bekommen. Dies lehnten die Anwälte als zu niedrig ab.

mxw/dpa

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