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Schadensersatz: Germanwings-Opferangehörige drohen mit US-Klage

Trauerfeier am 17. April in Köln: 150 Menschen starben beim Germanwings-Absturz Zur Großansicht
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Trauerfeier am 17. April in Köln: 150 Menschen starben beim Germanwings-Absturz

Die Lufthansa ist gewarnt: Falls sie den Hinterbliebenen der Germanwings-Opfer nicht genug Schadensersatz bietet, drohen einige mit einer Klage in den USA. Dort winken höhere Summen, weil die emotionalen Folgen des Verlusts berücksichtigt werden.

Nach der Trauerfeier für die 150 Germanwings-Toten tritt die Aufarbeitung des Flugzeugabsturzes in eine neue Phase. Nun beginnt die Debatte über den Schadensersatz für die Hinterbliebenen. Einige lassen bereits eine Klage vor US-Gerichten prüfen.

Der Opferanwalt Elmar Giemulla sagte, falls die Lufthansa den Angehörigen bei den demnächst beginnenden Gesprächen über einen Schadensersatz nicht genug entgegenkomme, wolle er vor ein US-Gericht ziehen. Er sei bereits in Kontakt mit den Anwälten der amerikanischen Hinterbliebenen des Absturzes. Damit bestätigte er einen Bericht der "Bild am Sonntag".

Emotionaler Schadensersatz

Giemulla sagte, er wolle für die Hinterbliebenen auch einen emotionalen Schadensersatz erstreiten. Die Höhe der Zahlungen könne deshalb durchaus bei ein bis eineinhalb Millionen Euro pro Passagier liegen. In der Regel überschreiten von US-Gerichten festgelegte Schadensersatzsummen die von deutschen Gerichten deutlich, da dort die emotionalen Folgen des Verlustes mit in die Summe einfließen.

Die US-Justiz werde sich ohnehin mit dem Absturz befassen, da es US-amerikanische Opfer gebe, sagte Giemulla. Nach der amerikanischen Rechtstradition sei es möglich, in diesem Rahmen auch die Fälle von Bürgern anderer Nationalitäten zu verhandeln - besonders dann, wenn die Abweichungen in der Rechtsordnung groß seien. Ob dies geschehe, liege im Ermessen des Richters.

"Die Opferfamilien brauchen sehr viel Geld, um ihr weiteres Leben zu gestalten ohne den Menschen, der verloren gegangen ist", betonte auch Opferanwalt Christof Wellens im Fernsehsender Phoenix. "Für die Angehörigen ist eine angemessene, ja hohe Entschädigung sehr wichtig. Sie ist eine Stütze für die Familie im Alltag." Im Fall einer Familie, die er vertrete, hätten fünf Kinder die Eltern verloren.

Die Schuldfrage ist nach seiner Ansicht ohnehin "eindeutig geklärt". Bei einem vorsätzlichen Absturz, herbeigeführt durch den Co-Piloten, sei die Sachlage klar. "Lufthansa ist für von ihr eingesetztes Personal in voller Weise verantwortlich", sagte Wellens, der nach eigenen Angaben 15 Opfer-Familien mit mehr als 60 Angehörigen zivilrechtlich vertritt.

Er habe bislang kein Wort vernommen, dass man dies aufseiten der Lufthansa anders sehe. Im Gegenteil: Die Airline habe sich zu ihrer Verantwortung bekannt. Man werde nun sehen müssen, ob sie Wort halte. Etwaige Versäumnisse, etwa beim Umgang mit der Erkrankung des Co-Piloten, spielten allenfalls noch am Rande eine Rolle, so Wellens.

wbr/dpa/rtr

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