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Germanwings-Absturz: Co-Pilot war vor Jahren wegen Suizidgefahr in Behandlung

DPA

Der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings-Maschine war vor Erwerb des Pilotenscheins wegen Suizidgefahr in psychotherapeutischer Behandlung. Das gab die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bekannt.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat neue Details zum Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine mitgeteilt. Demnach war Andreas Lubitz vor seiner Karriere als Berufspilot als suizidgefährdet eingestuft und in psychotherapeutischer Behandlung.

"Im Folgezeitraum und bis zuletzt haben weitere Arztbesuche mit Krankschreibungen stattgefunden, ohne dass Suizidalität oder Fremdaggressivität attestiert worden ist", heißt es in einer Mitteilung.

Die Germanwings-Maschine war am vergangenen Dienstag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. Alle 150 Menschen an Bord starben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Lubitz die Maschine absichtlich zum Absturz brachte. Darauf lassen die Aufnahmen des Cockpit-Stimmrekorders schließen. Demnach leitete Lubitz bewusst den Sinkflug ein und ließ den Flugkapitän, der vermutlich zur Toilette gegangen war, nicht zurück ins Cockpit.

Bei Durchsuchungen seiner Wohnungen fanden Ermittler auch ein Attest für den Tag des Absturzes. Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, weisen die sichergestellten ärztlichen Dokumente keine organische Erkrankung aus.

"Soko Alpen" ermittelt

Befragungen im persönlichen und beruflichen Umfeld des Co-Piloten haben laut Staatsanwaltschaft bisher keine tragfähigen Hinweise auf ein mögliches Motiv ergeben. Einen Abschiedsbrief oder ein Tatbekenntnis habe man nicht gefunden.

Zur Aufklärung des Falles hat die Düsseldorfer Polizei die Sonderkommission "Alpen" eingesetzt. Insgesamt ermitteln 100 Beamte, davon rund 50 in einer eigens eingerichteten Mordkommission.

Um die Identifizierung der Toten zu ermöglichen, stellen Polizisten gemeinsam mit Seelsorgern DNA-Vergleichsmaterial in den Wohnungen und Häusern der Opfer sicher. Die Ermittlungen dürften - auch wegen der schwierigen Bergungsmission in Südfrankreich - noch Wochen dauern, heißt es in einer Mitteilung.

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hut/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 172 Beiträge
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1. Lufthansa hat schuld. Nicht das Luftfahrt-Bundesamt.
zappuser 30.03.2015
Jemanden mit Suizid-Gefahr in der Vergangenheit fliegen zu lassen, ist ganz klar Fehler der Fluggesellschaft.
2. Lufthansa
linnener 30.03.2015
Wenn das waehrend der Ausbildung bei der Lufthansa bereits gekannt war, hat die Lufthansa aber ein mehr als ernsthaftes (Vertrauens-)Problem. Das muss asap aufgeklaert werden und die Verantwortlichen der Lufthansa sollten entsprechende Konsequenzen ziehen. Dieses brutale Attentat rechtfertigt kein 'weiter so'.
3. Umgekehrt?!
bauagent 30.03.2015
Ich lese den Text so, dass Andreas L. vor seiner Ausbildung einmal in psychiatrischer Behandlung war, die mit dem vorläufigen Attest endete, dass er suizidgefährdet sein könnte. Dass man durch Wortverdrehungen immer noch vermeidet ergebnisoffen zu eruieren wirft kein gutes Licht auf Ermittler, Politik und Presse. Gerade Suizidgefährdung hat sehr unterschiedliche Ausprägungen und ist tendenziell als Massenmord ( erweiterter Suizid ) sehr sehr selten. Die offenen Fragen im Zusammenhang mit dem Absturz bleiben weiter ungeklärt.
4. Na also..
ferdi111 30.03.2015
Nur - woher wissen die das? Eigentlich dürften die das gar nicht wissen! Wie ich schon geschrieben habe: Es gibt die Schweigepflicht für den Arzt! Und wie ich schon geschrieben habe: Die Sicherungsverwahrung für pädophile Kriminelle wurde gekippt! Die Bevölkerung hat kein Recht auf Schutz! Recht geht vor! Fazit: Hier können suizid gefährdete Menschen wann immer sie wollen oder "müssen", sich selber und andere umbringen, weil sie es gar nicht angeben müssen und der Arbeitgeber kein RECHT hat, dies zu erfahren! Der Schutz für psychisch Kranke geht vor - koste es, was es wolle! Daran müssen wir uns gewöhnen. Ausserdem gibt es sehr viele in der Bevökerung, die das gut heißen. Ich nicht, aber was soll man machen, wenn entweder alle gagga sind oder Gerichtsurteile eine deutliche Sprache sprechen! Manchmal glaube ich, dass irgendwas nicht stimmt...ich weiß nur nicht was!
5. So ...
mamuesp 30.03.2015
... und nun warten wir einfach ab, was weitere Untersuchungen bringen, ohne die Spekulationskeule herauszuholen.
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Cockpit-Regel bei Fluggesellschaften
Region
Europa Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (Easa) empfiehlt die Einführung der Zwei-Personen-Regel.
Deutschland Alle Fluglinien haben sich auf die Einführung der Zwei-Personen-Regel ab sofort verständigt
Österreich Regierung führt Zwei-Personen-Regelung ab sofort ein
Regel angekündigt/jetzt eingeführt außerdem bei EasyJet, Norwegian Air Shuttle, Icelandair, Virgin Atlantic, Monarch, Thomas Cook Airlines (GB), Air Baltic, SAS, Air France, KLM
Regel bestand vor Absturz bei Jet2, Flybe, Ryanair, Czech Airlines, Travel Service, Finnair
USA Zwei-Personen-Regel ist in den Richtlinien der Flugsicherheitsbehörde FAA vorgeschrieben
Kanada Zwei-Personen-Regel war nicht vorgeschrieben, ist jetzt eingeführt
Regel bestand vor Absturz bei Air Transat
Asien
Regel angekündigt/jetzt eingeführt bei Emirates, Etihad
Regel bestand vor Absturz bei indischen Fluglinien (Regel vorgeschrieben), Singapore Airlines
Ozeanien
Regel angekündigt/jetzt eingeführt Neuseeland, Australien
Die Liste ist nicht vollständig und gibt den derzeitigen Kenntnisstand wieder (27. März, 18.30 Uhr)

Notfallnummern Germanwings-Absturz
Auswärtiges Amt
030 / 50 00 30 00
Flughafen Düsseldorf
0800 / 77 66 350
Germanwings
0800 / 11 33 55 77
Flughafen Barcelona
0034 / 900 808 890

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