Flugzeugunglück Absturzopfer verklagen Germanwings

Zwei Jahre liegt der Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen zurück. Nun fordern sechs Opferfamilien aus Spanien Schadensersatz - und erheben neue Vorwürfe.

Kerzen und frische Blumen liegen an einer Gedenktafel für die Opfer des Germanwings-Absturzes
DPA

Kerzen und frische Blumen liegen an einer Gedenktafel für die Opfer des Germanwings-Absturzes


Zwei Jahre nach der Germanwings-Katastrophe haben in Spanien sechs Opferfamilien die Kölner Fluggesellschaft, den Mutterkonzern Lufthansa und mehrere Versicherer verklagt. Die Klagen auf Schmerzensgeld wurden vor einem Handelsgericht in Barcelona eingereicht, wie Sprecher der Familien in der spanischen Metropole mitteilten.

Am Freitag war in Le Vernet in den französischen Alpen am zweiten Jahrestag des Absturzes bei einem Treffen von rund 500 Hinterbliebenen der Opfer gedacht worden. Dem offiziellen Untersuchungsbericht zufolge hatte Co-Pilot Andreas Lubitz auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf den Airbus absichtlich gegen einen Berg gesteuert. Alle 150 Menschen an Bord starben. Zuletzt hatte der Vater des Co-Piloten versucht, Zweifel am Suizid seines Sohnes zu wecken.

"Das System hat versagt und zugelassen, dass eine unqualifizierte Person ein Flugzeug mit 140 Passagieren steuert", sagte der Sprecher der sechs Familien, Narcís Motjé, der beim Unglück seinen Sohn verloren hat. "Wir wollen, dass die ganze Wahrheit und alle Verantwortlichen ermittelt werden, damit so etwas nie wieder passiert."

Die Höhe der geforderten Schmerzensgelder wurde nicht bekannt geben. Die angebotenen Beträge seien aber beleidigend, so der Anwalt der Familien aus Spanien, Paraguay und Großbritannien. Motjé beklagte zudem, dass SIM-Karten, möglicherweise mit Informationen zum Ablauf der Katastrophe, vor der Rückgabe der Handys an die Familien entfernt worden seien.

bam/dpa-AFX



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